»Man braucht ein bestimmtes Wissen, eine historische Einordnung, um eine vertiefte Emotion herstellen zu können«, sagt über alte Musik der Kritiker Clemens Goldberg, der für derlei Wissensvermittlung bei seinem öffentlich-rechtlichen Sender Radio3 im Zeitalter der Durchhörbarkeit keinen Platz mehr sieht. Am anderen Ende der Näherbringungsskala steht derzeit der junge polnische Countertenor Jakub Józef Orliński, der Vokalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts in Band-Besetzung mit lockerflockigen Stücken seines Pianisten Aleksander Dębicz mischt. Beides ist okay, außer vielleicht der Name #LetsBaRock für das Programm, mit dem Orliński, Dębicz und ihre Band gerade auf Tournee sind und auch im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie haltmachen. BaRock hieß schon ein Budapester Club, in dem ich in den Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war, der Wortwitz kam mir als Teenager bereits fad vor, und der Hashtag macht’s nicht besser. Wenn schon gesuchte Wortspiele, dann wenigstens eine schwule Rokoko-Oper Raw-cock-oh! oder dergleichen.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com