Veröffentlicht inSaisonvorschau

Die VAN-Saisonvorschau 2024

ANNA SCHORS Zu Recht gehypt: Vor etwa hundert Jahren schrieb Paul Hindemith eine Kurzoper über drei Nonnen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Bis heute hat Sancta Susanna nichts von ihrer dramatischen Durchschlagskraft und ihrem symbolistischen Grusel eingebüßt. Nur, dass darin wieder mal eine Frau für ihr sexuelles Begehren sanktioniert wird, nervt. (Schwester Susanna nähert sich dem […]

Veröffentlicht inHundert 11

Vögelnde Strauße, oiseaux tristes

Nicht um ein Nichts, ein gar Nichtiges, dreht es sich in diesem Stück, sondern um unsere Träume und Sehnsüchte in diesem uns zermürbenden, ertränkenden Alltag, der die Liebe abschleift zu nickligem, kein Ende mehr nehmendem Aneinanderhadern. Gibt es denn Traurigeres, wenn man so recht darüber nachdenkt? Der Ruf kompletter Belanglosigkeit freilich eilt dem selten bis […]

Veröffentlicht inHundert 11

Effekt ohne Haschmich

Elisabeth Leonskaja ist zum Glück höchst lebendig. Am Berliner Konzerthaus gibt es neben der jeweiligen Residence eines verhältnismäßig jungen Künstlers (in dieser Saison des Geigers August Hadelich) regelmäßig konzentrierte Hommages an, sagen wir mal, große Alte. Die müssen gar nicht mehr sehr aktiv sein. Im Fall von Alfred Brendel spielten vorwiegend junge, von ihm geförderte […]

Veröffentlicht inInterview

»Wenn man eine Familie ist, gibt man von dem bisschen Brot, das man hat, etwas an alle.«

In der Künstlerinnenbiographie Angela Gheorghiu: A Life for Art [Ein Leben für die Kunst] füllt ein langes Interview der Sopranistin mit dem Journalisten Jon Tolansky ein ganzes Buch. Gheorghiu erinnert sich dabei unter anderem an eine Aufführung von La traviata in Salzburg zu Beginn ihrer Karriere. Sie wurde damals bereits nervös, als sie erfuhr, dass […]

Veröffentlicht inPlaylist

Das fängt ja gut an

Die besten acht Anfangsakkorde der klassischen Musik – für mehr Schwung, aber auch mehr Zauber und Besinnlichkeit zum Beginn dieses neuen Jahres.  Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante für Violine und Viola Es-Dur, K. 364 (1779) Wahrscheinlich könnte man diese ganze Playlist auch nur mit gelungenen Stückanfängen aus Es-Dur-Dreiklängen füllen. Wagner zieht zu Beginn des Rheingold […]

Veröffentlicht inKritik

Rosenkavalier, reloaded

Kurz vor dem dritten Advent inszenierte Christoph Waltz erstmals eine Oper in der schönen Schweiz. Die Eidgenossen freuten sich sehr und rollten den roten Teppich aus. Dabei kehrte die Vorberichterstattung die letzten vier Worte des obigen Satzes beiseite. Tatsächlich hatte Waltz, als gebürtiger Wiener und bekennender Opernliebhaber, bereits anderswo Opern inszeniert. 2019 am Theater an […]

Veröffentlicht inHundert 11

Sonnenleicht

Vielleicht ist es eine ganz gute Idee von Joana Mallwitz, sich für eine Vorstellungsreihe in den dunklen Graben der Oper zu begeben – angesichts des aufgestauten Erwartungsdrucks an die neue Chefdirigentin des Berliner Konzerthauses und der Tatsache, wie sehr das Visuelle ihres Dirigierens betont wird, ihre physische Präsenz fürs Publikumsauge. Aktuell hängen in Berliner U-Bahnhöfen […]

Veröffentlicht inHundert 11

Alpen oder Auferstehung – Hauptsache Bumms

Beim Konzert des Bayerischen Staatsorchesters, das zur Münchner Staatsoper gehört wie die Berliner Staatskapelle zur Lindenoper, gibt es vor Strauss’ Alpensinfonie noch zwei weitere Werke. Außerdem einige Minuten festliches Vorgeplänkel, was gar nicht pejorativ gemeint ist. Denn wie unsere Kulturministerin Claudia Roth, die immer ein bissl wirkt, als hätte sie sich gerade eine Fanta zu […]

Veröffentlicht inKritik

Das eigentliche Märchen

Inszenierungen der Oper Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss gleichen oft der Frage: Wie kommt man aus der Nummer heraus? Aus diesem angeblich so unverständlichen Plot zweier Ehepaare (Kaiser/Kaiserin, Barak/Färberin), die eine Zerreißprobe ihrer Beziehung durchleben. Aus diesem mit seltsamen und schwer darstellbaren Symbolen – dem nicht vorhandenen Schatten der Kaiserin –  angereicherten Märchen […]

Veröffentlicht inKritik

Alles für die Katz

Die sogenannten »Performing Arts« – Musik, Theater, Tanz – haben es mit einem Kanon von alten, starken Stücken zu tun, von denen einige unkaputtbar sind. Sie überleben erstaunlicherweise jede Bearbeitung, und sei die noch so rat- und sinnlos. Jede Überfrachtung, jede Unterschätzung, jedes Missverständnis. Sie verzeihen selbst handfeste Fehler. Immer bleibt ein lebendiger Kern übrig, […]

Sign up for newsletters

Get the best of VAN Magazin directly in your email inbox.

Sending to:

Gift this article