Kurz vor dem dritten Advent inszenierte Christoph Waltz erstmals eine Oper in der schönen Schweiz. Die Eidgenossen freuten sich sehr und rollten den roten Teppich aus. Dabei kehrte die Vorberichterstattung die letzten vier Worte des obigen Satzes beiseite. Tatsächlich hatte Waltz, als gebürtiger Wiener und bekennender Opernliebhaber, bereits anderswo Opern inszeniert. 2019 am Theater an der Wien Beethovens Fidelio. Davor 2016 in Antwerpen den Falstaff und im Dezember 2013, ebenfalls in Antwerpen, den Rosenkavalier von Richard Strauss. Diese letztere Produktion wurde jetzt vom Genfer Intendanten Aviel Cahn, der zuvor Intendant der Vlaamse Opera gewesen war, noch einmal aufgelegt. Quasi eine Wiederaufnahme: Rosenkavalier, reloaded.
Aber wen interessierts? Anderswo ist nirgendwo. Frei nach Gertrude Stein: Die Schweiz ist die Schweiz ist die Schweiz. Oder, wie mein Kritikerkollege bei der Zeit, der große Zampano Heinz-Josef Herbort, gern in Konferenzen zu sagen pflegte: »Wo ich nicht war, das hat nicht stattgefunden.«

