Veröffentlicht inInterview

Nach uns die Sintflut

Das Ende kommt auf leisen Sohlen. Vielfach erahnt, ist es erschreckend plötzlich da. Den Beifall der Kommilitonen noch in der Ohrmuschel klebend, das Zeugnispapier druckwarm in der Hand – schon stehst du wieder ganz am Anfang. Was jetzt? War‘s das? So ging es Esther Bishop nach ihrem Oboenstudium. Ihr war klar, dass sie nicht ins […]

Veröffentlicht inReportage

Ich versteh nur Bahnhof!

Auf Treppenstufen sitzend Sterni trinken und Schönberg hören, das passt nicht zusammen – scheint sich die Deutsche Bahn zu denken. Darum soll ab Herbst der Durchgangsbereich des Berliner S-Bahnhofs Hermannstraße durchgängig mit atonaler Musik beschallt werden – ein Pilotprojekt, das Vorbild für weitere Bahnhöfe werden könnte. Über Sinn und Unsinn von Klassik-Offensiven an Bahnhöfen und […]

Veröffentlicht inInterview

»Provozierenwollen ermüdet mich«

Petra Müllejans ist Mitbegründerin des Freiburger Barockorchesters und war jahrzehntelang in dessen Leitung aktiv, doch nun möchte sie auch wieder vermehrt Kammermusik machen und zurück zur Energie des unschuldigen Anfangs. VAN: In der gerade zu Ende gegangenen Saison habt ihr mit dem Freiburger Barockorchester (FBO) euer dreißigjähriges Jubiläum gefeiert, und just zu diesem Zeitpunkt bist […]

Veröffentlicht inRankings

Die Top 7 der Klischee-Opern-Gesten

Als ich letztens bei gefühlten 100 Grad Celsius in Bayreuth während der Schlussakkorde des Parsifal ein Paar hinter mir plaudern hörte, war ich selbst überrascht, wie sehr mich das Werk offenbar noch immer über Stunden fesselt. Oper ist als Kunstform beeindruckend langlebig. Wenn es aber eins gibt, was dieser Kunst zuverlässig und vollständig allen Zauber […]

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Der letzte sephardische Sänger von Thessaloniki

Zum Kennenlernen lädt David (Daviko) Saltiel zum Sabbatgebet in die Synagoge von Thessaloniki ein, die in einem schlichten Allzweckbau zwischen Markthalle und Corniche untergebracht ist. Zum anschließenden bescheidenen Mahl mit der Gemeinde in einem höheren Stock genehmigt er sich den Lift. Der inzwischen fast 90-Jährige ist seit mehreren Jahrzehnten Kantor der jüdischen Gemeinde in Thessaloniki. […]

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Vom Suchen und Glauben.

Denkt man ans Cembalo, denkt man automatisch auch an die Exzentrik und Experimentierfreude der historischen Aufführungspraxis. Keine Barock-Einspielung kommt mehr ohne ein erstklassiges Instrument aus. Und doch wirkt das Cembalo fast komisch beschränkt: Egal, wie sanft oder heftig man auf eine Taste haut – der Ton klingt immer gleich laut. Wie kann man auf einem […]

Veröffentlicht inKommentar

Rules of Engagement

In Wieland Hobans Komposition Hora’ot Pticha Be’esh (Rules of Engagement I) aus den Jahren 2013 bis 2014 erklingen verzerrte Mikrotöne, tiefe Glissandi, Pizzicati und kreischende Instrumente. Sie begleiten die Aussage eines Hauptfeldwebels einer Panzerdivision der Israelischen Streitkräfte, der im Winter 2008/2009 in der Militäroperation »Gegossenes Blei« im Gazastreifen eingesetzt wurde. Der Soldat erzählt auf Hebräisch, […]

Veröffentlicht inReportage

»Klimawandel? Da muss ich den Haustechniker fragen.«

Sommerzeit ist Festivalzeit: Bayreuth, Wacken, Salzburg, Ferropolis, Luzern, Scheeßel – überall gehen Musikliebhaber*innen steil, auch wenn die Formen des Eskapismus von Ort zu Ort ziemlich unterschiedlich ausfallen. Was außerdem sehr verschieden gehandhabt wird, ist das Nachdenken über Klima- und Umweltschutz bei der Organisation solcher Großveranstaltungen. Ein Bericht über die Erkundung eines weißen Flecks auf der […]

Veröffentlicht inInterview

Beinahe ganz oben

Ich treffe Mustafa Akça am Marheinekeplatz in Berlin-Kreuzberg. Akça, 1973 im Urbankrankenhaus geboren, ist im Bergmannkiez aufgewachsen und wohnt mittlerweile wieder hier. Seine Großmutter kam in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Berlin. Akça macht nach der Schule eine Ausbildung zum Gas-Wasserinstallateur, holt im Anschluss das Abitur nach und beginnt ein Studium für Energie- […]

Veröffentlicht inKommentar

Kritik-Bashing

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, inmitten einer begeisterten Menschenmenge zu sitzen und selbst völlig ungerührt zu bleiben, mit dem wachsenden Enthusiasmus der anderen sogar eine immer stärker werdende Abwehrhaltung einzunehmen. Genau das passierte mir letztes Jahr in einem Konzert mit Vladimir Jurowski, dem Chefdirigenten des London Philharmonic Orchestra und, seit letzter Saison,  Künstlerischen Leiter vom […]

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