Es ist ein merkwürdiges Gefühl, inmitten einer begeisterten Menschenmenge zu sitzen und selbst völlig ungerührt zu bleiben, mit dem wachsenden Enthusiasmus der anderen sogar eine immer stärker werdende Abwehrhaltung einzunehmen. Genau das passierte mir letztes Jahr in einem Konzert mit Vladimir Jurowski, dem Chefdirigenten des London Philharmonic Orchestra und, seit letzter Saison,  Künstlerischen Leiter vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Auf dem Programm standen Werke von Brett Dean (Testament für Orchester) und Schönberg (das Klavierkonzert mit Marc-André Hamelin), sowie Beethovens Dritte in einer von Gustav Mahler überarbeiteten Version. In seinen einleitenden Worten zur Eroica regte Jurowski sich über eine schlechte Kritik auf – nur um gleich darauf eine Kostprobe von dem zu geben, was der Kritiker bemängelt hatte.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.