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Never forget

Eine Auschwitzoper? Überraschung! Die Oper Пассажирка, zu deutsch: Die Passagierin – komponiert 1968 von dem polnisch-jüdisch-russischen Komponisten Mieczysław Weinberg –, ist keine. Auch wenn diverse Opernschaffende und Holocausthistoriker, von Frankfurt über Gera bis Graz, von London über New York bis Miami, sich vierzehn Jahre lang an die Regieanweisungen gehalten und SS-Leute in Uniform und Häftlinge […]

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Da draußen ist was

Am Ende bleibt er mit seiner Knickhalslaute unten im Graben sitzen, bei den Musikern der Kapelle. Packt schon mal die Noten zusammen, fertig zum Abmarsch. Vom Rang aus ist der Ud-Spieler Nassib Ahmadieh gut zu sehen. Vielleicht hatte man, aus Gründen der Abendspielleitungsroutine, schlicht vergessen, ihn auf die Bühne zu holen, ins Licht, wo all […]

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​​Nixe in Wohnküche

Ein Regie-Trend der letzten Jahre in der Oper sind Überschreibungen: Auf die Theaterhandlung der Musik wird eine parallele, in sich schlüssige Handlung gelegt. Dieses Vorgehen löscht die Gestalt des Werks keineswegs aus (die Essenz eines großen Werks ist immer vielseitig), sondern kann sie neu beleuchten und intensivieren. Wenn das gelingt, kann es von erregender musikdramatischer […]

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In aller Freundschaft

Schon vom ersten Ton der Ouvertüre an zieht diese Oper laufend den Hut und grüßt liebe alte Bekannte. Zuerst: Mozarts Don Giovanni. Der berühmte Auftrittsakkord des Komturs ist von d-Moll nach g-Moll gerutscht, er wird auch anders aufgelöst. Folgt der Einsatz der Kontrabässe, ein bisschen zu früh, rollen die auch nicht düster drohend in Tonleitern […]

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Gold und Schwarz

Die einzige der schätzungsweise 298 Opern von Nikolai Rimski-Korsakow, die hierzulande fest zum Kanon gehört, ist die Scheherazade, und die ist bekanntlich gar keine Oper. Hingegen wird Rimski-Korsakows letzte Oper Der goldene Hahn von 1908 zwar dauernd irgendwo gegegeben (in den letzten Jahren u.a. in Coburg, Magdeburg, Düsseldorf, Weimar), aber so richtig Repertoire ist sie […]

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​​Baum und Raum

Kaum eine Komponistin, kaum ein Komponist schreibt gerne für die Schublade. Vor allem nicht, wenn es um das Genre Oper geht. Viel Arbeit, viel Zeit, viele Gedanken: Im besten Fall macht eine neu komponierte Oper ihren Weg in verschiedene Länder, Städte – auf die Bühnen. So, dass es nicht nur bei der Uraufführung bleibt. Viele […]

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Jeder singt für sich allein

Welches Thema spaltet Deutschland am heftigsten? Radwege? Heizungen? Weselskys größter Bahnstreik aller Zeiten? Oder die wahnwitzigen Planspiele gutbetuchter Fanatiker bei Schnittchen und Prosecco, mal eben Millionen von Mitbürgern aus dem Land zu deportieren? Oder: Klaus Florian Vogt. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Wobei eigentlich Liebe im Kunstgenuss unbedingt angemessen ist, Hass hingegen […]

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»Er hat an einem Abend so viel bekommen wie ich im ganzen Monat.« 

Nach sechs Jahren Singen an der Hochschule wollen junge Sänger:innen vor allem eines: Endlich auf die Bühne! In Deutschland bieten 22 Opernstudios einer Hand voll junger Sänger:innen die Möglichkeit, Bühnenerfahrung zu sammeln und zumindest schonmal einen Fuß in die Tür des hart umkämpften Business zu bekommen. Während früher nur wenige große Häuser wie Frankfurt, Köln […]

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»Wenn man eine Familie ist, gibt man von dem bisschen Brot, das man hat, etwas an alle.«

In der Künstlerinnenbiographie Angela Gheorghiu: A Life for Art [Ein Leben für die Kunst] füllt ein langes Interview der Sopranistin mit dem Journalisten Jon Tolansky ein ganzes Buch. Gheorghiu erinnert sich dabei unter anderem an eine Aufführung von La traviata in Salzburg zu Beginn ihrer Karriere. Sie wurde damals bereits nervös, als sie erfuhr, dass […]

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Frau überlebt.

Eine Fotografie von Richard Wagner steht, nicht zu übersehen, auf dem Grand Piano im Salon, als sich Augusta Holmès zum ersten und wahrscheinlich auch letzten Mal in ihrer Wohnung in der Rue Juliette Lambert 30 porträtieren lässt (nachzusehen und nachzulesen in einem Aufsatz von Karen Henson). Holmès selbst steht an den Tasten ihres Arbeitsgeräts, senkrecht […]

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