Die einzige der schätzungsweise 298 Opern von Nikolai Rimski-Korsakow, die hierzulande fest zum Kanon gehört, ist die Scheherazade, und die ist bekanntlich gar keine Oper. Hingegen wird Rimski-Korsakows letzte Oper Der goldene Hahn von 1908 zwar dauernd irgendwo gegegeben (in den letzten Jahren u.a. in Coburg, Magdeburg, Düsseldorf, Weimar), aber so richtig Repertoire ist sie nicht. Dabei ist das eine so zackige wie funkelnde Angelegenheit. Und befindet sich bei Barrie Kosky, James Gaffigan und dem Team der Komischen Oper in guten Läufen, mit durchaus scharfen Spornen.

Wobei die Produktion gar nicht in Berlin entstanden ist, sondern schon vor zwei Jahren in Frankreich lief. Eine Koproduktion unter anderem mit dem Festival Aix-en-Provence; genau wie George Benjamins Oper Written on Skin übrigens, die am selben Wochenende Berliner Premiere hat, an der Deutschen Oper. Das ist nichts Schlechtes, wenn es so fundierte, gut gearbeitete Produktionen sind wie diese beiden. Wobei Benjamins raffiniert geschriebenes und makellos aufgeführtes Written on Skin in mir wieder mal Zweifel weckte, was die Kunstform Oper im Jahr 2024 sinnvollerweise sein und uns angehen kann.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com