Veröffentlicht inThe Society of Music

Gemein frei!

Wer Ottaviano Petrucci (1486–1539) war, ist nicht eben weithin bekannt, und wäre es noch weniger, hätte der venezianische Erfinder des Notendrucks mit beweglichen Typen nicht der Petrucci Music Library den Namen gegeben. Das ergibt insofern Sinn, als es das Harmonice Musices Odhecaton war, eine Anthologie polyphoner weltlicher Lieder, die als erstes Musikwerk im Notendruck publiziert […]

Veröffentlicht inHundert 11

Triangle of Happiness

Verdienstvolle List, wenn man einen magnetisch anziehenden Namen in den Dienst von dem stellt, was kaum einer kennt. Der Vehikel-Name lautet in dem Fall Lang Lang, und Nutznießende der Kollateral-Adhäsion ist die einzige Sinfonie von Hans Rott. Die wurde, neben der Aufführung durch ein Uni-Orchester, in Berlin zuletzt 2018 vom RSB unter Sebastian Weigle gespielt. […]

Veröffentlicht inKommentar

Engagement ist kein »Luxus«

Vie­le Stu­die­ren­de müs­sen ne­ben dem Stu­di­um job­ben, um sich das teu­re Le­ben in Frank­furt leis­ten zu kön­nen, erklärt die HfMDK auf ihrer Website. So fehle Zeit für Hochschulpolitik, wich­ti­ge Stim­men und wert­vol­le Per­spek­ti­ven gingen ver­lo­ren. Abhilfe schaffen soll das sogenannte Demokratiestipendium, das die Hochschule jetzt erstmal an zwei Studierende vergeben hat.  In den kommenden zwölf […]

Veröffentlicht inMeldung

Umfangreiche Reisetätigkeit

»Felor Badenberg absolviert die mit Abstand meisten Dienstreisen aller Senatsmitglieder«, berichtete der ›Tagesspiegel‹ in seiner gestrigen Ausgabe. In weniger als drei Jahren meldete die Berliner Justizsenatorin (CDU) 43 Dienstreisen – mehr als doppelt so viele wie das Senatsmitglied mit den zweitmeisten Reisen, Innensenatorin Iris Spranger (20 Dienstreisen), und auch deutlich mehr als der Regierende Bürgermeister Kai […]

Veröffentlicht inKommentar

Sterben auf Raten

Nun gilt es also nicht mehr, jenes geflügelte Wort, das mal Gustav Mahler, mal Karl Kraus in die Schuhe geschoben wird: »Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Wien; dort passiert alles 50 Jahre später.« Es gilt nicht mehr, weil Wien derzeit ein atemberaubendes Tempo vorlegt, die einst heiligen Institutionen der Hochkultur zu beschneiden, empfindlich […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Piaf und die Gänsehaut

Auf Seite 64 ist man schon so weit in den Bann dieses Buchs geraten, dass ein Satz genügt, fast nur ein Hinweis, um ihm nachgehen zu wollen hinter den Rand des gewaltigen, dabei ruhig dahinfließenden Panoramas, das Annie Ernaux in ihrem Roman Die Jahre entfaltet – nicht einfach autobiografisch, sondern als eine Art Biografie der […]

Veröffentlicht inInterview

»Wohllaute müssen immer gebrochen werden, sonst erstickt man ja.«

In der Reihe ›Musik meiner Pubertät‹ begebe ich mich auf eine Reise in die Adoleszenz künstlerisch tätiger Persönlichkeiten – nicht zuletzt aus rein egoistischen Gründen, weil meine eigene Pubertät wegen übermäßigen Geigen- und Klavierübens ganz vergessen ging. Alain Claude Sulzer hat freimütig zugegeben, dass Mozart und Schubert, aber auch die Callas und die französische Chansonnière […]

Veröffentlicht inMeldung

»Man musste nur bei Google nachschauen.«

Bevor Frédéric Chaslin sie fragte, ob sie Interesse hätte, Jeffrey Epstein zu treffen, hatte die damals 21-jährige französische Philosophiestudentin, die anonym bleiben möchte, nur ein paar Mal mit dem Dirigenten auf Facebook geschrieben. Irgendwann im Jahr 2013 fragte Chaslin sie, ob sie nicht während eines drei- oder viertägigen Paris-Aufenthalts für Epstein dolmetschen wolle.  Die Studentin […]

Veröffentlicht inRecherche

Du sollst keinen Lehrer haben neben mir

»That’s your sound.« Janet Williams, Sopranistin und Gastprofessorin an der Musikhochschule Hanns Eisler strahlt mich an. Ich habe ein angewinkeltes Bein auf einem Stuhl abgestellt und stütze mich mit beiden Händen auf mein Knie. »A-le-lu-u-uuja« singe ich und beuge mich mit der Phrase langsam nach vorne. Dabei spüre ich, wie sich meine Rippen hinten am […]

Veröffentlicht inInterview

»Je expressiver man sein will, desto strenger muss man sein.«

Vor dem Schauspielhaus Kopenhagens liegt am Hafen eine Plattform aus Holz, die »Ophelia´s Beach« heißt. Man könnte das etwas morbide finden; schließlich ertrinkt Hamlets Geliebte. In jedem Fall aber spielt der Name darauf an, dass Shakespeares Tragödie in Dänemark spielt. Schräg gegenüber, einmal übers Wasser geschaut, steht die berühmte Royal Danish Opera mit ihrem fast […]

Sign up for newsletters

Get the best of VAN Magazin directly in your email inbox.

Sending to:

Gift this article