Bevor Frédéric Chaslin sie fragte, ob sie Interesse hätte, Jeffrey Epstein zu treffen, hatte die damals 21-jährige französische Philosophiestudentin, die anonym bleiben möchte, nur ein paar Mal mit dem Dirigenten auf Facebook geschrieben. Irgendwann im Jahr 2013 fragte Chaslin sie, ob sie nicht während eines drei- oder viertägigen Paris-Aufenthalts für Epstein dolmetschen wolle.
Die Studentin war von dieser Bitte überrascht. Warum sollte Epstein, den Chaslin als »sehr, sehr reichen Amerikaner« beschrieben hatte, Schwierigkeiten haben, eine Übersetzerin zu finden? »Er sucht nie nach ›professionellen‹ Assistentinnen, wie zum Beispiel Sekretärinnen mit einem etablierten Büro, sondern eher nach gebildeten Studentinnen, die ihm etwas beibringen können«, meinte Chaslin zu ihr. »Ich habe an Sie gedacht, weil Sie zweisprachig sind und eine kosmopolitische Kultur mitbringen.«

