In der Reihe ›Musik meiner Pubertät‹ begebe ich mich auf eine Reise in die Adoleszenz künstlerisch tätiger Persönlichkeiten – nicht zuletzt aus rein egoistischen Gründen, weil meine eigene Pubertät wegen übermäßigen Geigen- und Klavierübens ganz vergessen ging. Alain Claude Sulzer hat freimütig zugegeben, dass Mozart und Schubert, aber auch die Callas und die französische Chansonnière Barbara ihn durch die Teenagerjahre trugen. Und dass man aus einer gewissen Rührseligkeit herauswachsen kann, auch wenn man nichts mit den Stones am Hut hat. Das ist beruhigend. Wenn ich mich an meine eigene Chopin- und Debussy-Phase als Teenager erinnere, waren jene Klänge immer auf mich selbst und gleich danach auf ein Liebesobjekt bezogen: Je weiter die Harmonik sich dehnte, um sehnsüchtiger minnte ich irgendeinen Internen des örtlichen Kollegiums an, natürlich nur im Geheimen. Ob das nicht doch ein Merkmal von Pubertät war? Ich muss es noch herausfinden.
Dieses Mal darf ich die österreichische Schriftstellerin und Journalistin Eva Menasse um einen Einblick in ihre Teenagerzeit bitten. Tobias Haberl nannte sie im Zürcher Tagesanzeiger-Magazin einmal die Anti-Schwurblerin. Ihre mehrfach ausgezeichneten Texte, ob Artikel, Kommentare oder Romane, sind in meinen Augen voller Bildkraft, scharfsinnig, kritisch, weiblich, ironisch – für mich klingen sie wie eine Mischung zwischen dem jungen Zemlinsky und dem älteren Schreker.
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