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Wenn Beckmesser der Nationalkuh den Stecker zieht

Nanu, was ist denn das für eine List oder ein Scherz des Wahns? Dass ausgerechnet jetzt, da erstmals ein Kanzler Merz die Bayreuth-Eröffnung beehrt, ein Hans Sachs auf der Bühne zu erleben ist, der wie ein spannenlanger Hagestolz wirkt? Und dass vor den Augen eines Kulturstaatsministers Weimer eine Inszenierung stattfindet, die überreich scheint an gedanklicher […]

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Großgoldformat und mystisches Phlegma

Passt irgendwie zu diesem geduldigen Komponisten, dass einer der Höhepunkte seines Jubiläums sich erst im neunzehnten Monat des Gedenkjahrs ereignet. Denn die Musik des 1924 gestorbenen Gabriel Fauré eilt und drängelt niemals, sie pressiert nicht, rechtet nicht – sie fließt einfach konzentriert dahin. Eine liebenswerte Qualität, die ihren Urheber zugegeben nicht gerade zum Musiktheater prädestinierte. […]

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Ausgeabert!

Nicht nur der Lärm selbst ist eine der schwersten Alltagslasten, sondern auch und mehr noch extrem ruhebedürftige Menschen; der Autor dieser Zeilen (wie Kritiker in Deutschland statt »ich« sagen) spricht aus Erfahrung. Daneben gibt es aber bekanntlich auch Menschen, für die zu den größten Krachplagen überhaupt zählt: Oper, zumal solche von Strauss. Diese Plage ist […]

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Meine Tochter nümmermehr

Festivalzeit ist Antifestivalzeit. Manch einer begeht sein privates Antifestival, indem er einfach nicht zum Raven ins vorpommerische Ferdinandshof oder zum Abwagnern nach Bayreuth juckelt. Andere gehen ihr Anti dagegen frontaler an: Seit 2019 stänkerte das »anarchische, inklusive Musik- und Theater-Festival« BERLIN is not schon mehrfach gegen die Bayreuther Festspiele, in diesem Jahr ist Salzburg dran, […]

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Rudelbildung und Ratlosigkeit

Es gibt viele Arten, den Meeresboden des Repertoires aufzuwühlen. Zwei sehr gegensätzliche waren am vergangenen Wochenende zu erleben: Einerseits beim Orchester Stegreif, indem von Klassikern der Klassik ausgehend wild-frei drauflos gespielt wird. Andererseits mit Christian Thielemann, der ein paar Lieblingswerke hat, die einen berühmten Komponistennamen tragen, die aber nie eine Sau spielt – außer eben […]

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Ototoĩ pópoi dã, du synekdochische Wimper!

Welche Art Musik braucht es für einen Raum mit über 1.300 Plätzen, ja gar fast 1.900 Plätzen? Zwei Versuche sind zu erleben, zu besichtigen, zu behörigen dieser Tage in Berlin: einmal vom belgischen Komponisten Bernard Foccroulle an der Berliner Lindenoper, einmal von der britisch-deutschen Komponistin Rebecca Saunders an der Deutschen Oper in Charlottenburg. Beide auf […]

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Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Monddeck

Manchmal gibt es in der Welt der Oper (Wieder-)Begegnungen mit Inszenierungen, die alle leidigen Diskussionen über Regie-, Nichtregie- oder Regisseurstheater, über Werktreue oder Werkattentate vollkommen nichtig erscheinen lassen. So geht es mir mit Arbeiten von Ruth Berghaus, die bald dreißig Jahre tot ist. Im vergangenen Jahr verzauberte ihre Einrichtung von Rossinis Barbier von Sevilla von […]

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Der ungreifbare Begreifliche

Kurz vor Mitternacht verdunkelt sich das Leo-Schwarz-Foyer des Leipziger Gewandhauses, so dass auf der Wand nur mehr die Schatten der Köpfe des wartenden Publikums zu sehen sind, in dessen Rücken noch ein wenig Licht durchs Fenster hereinfällt. Dann tritt Schatten zu Schatten, der Schauspieler Markus Falk verkörpert den entgeisterten Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Als er angstvoll […]

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Seelenartikulation, die Seelen zerreißt

Es gibt solche Pianisten, die man immer wieder hören will, und solche, die man immer öfter hören sollte. Für die erste Kategorie hat man in der Hauptstadt vor allem die Klavierabende der Stiftung Berliner Philharmoniker oder auch der alteingesessenen Konzertdirektion Adler. Für die zweite Kategorie existiert seit 2012 das privat organisierte Berliner Klavierfestival, ein zuverlässiges […]

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​​Kopfwesen in Feinripp

Im wunderschönen Monat Mai, wenn alle Knospen springen, blickt der geneigte Konzertgänger in die allseits erscheinenden neuen Saisonvorschauen, mancher so sehr, dass er darüber fast die laufende Gegenwart vergessen kann. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), das unter allen Klangkörpern der Stadt wohl den intellektuellsten und reflektiertesten Dirigierkopf besitzt (nämlich Vladimir Jurowski), wird in der kommenden Spielzeit […]

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