Passt irgendwie zu diesem geduldigen Komponisten, dass einer der Höhepunkte seines Jubiläums sich erst im neunzehnten Monat des Gedenkjahrs ereignet. Denn die Musik des 1924 gestorbenen Gabriel Fauré eilt und drängelt niemals, sie pressiert nicht, rechtet nicht – sie fließt einfach konzentriert dahin. Eine liebenswerte Qualität, die ihren Urheber zugegeben nicht gerade zum Musiktheater prädestinierte. Aber was ist nicht alles möglich. Also: Pénélope, Faurés späte einzige Oper von 1913, die eigentlich kaum je gespielt wird (deutsche Erstaufführung war 2002 in Chemnitz).

Die jetzige Münchner Premiere ereignete sich im Rahmen der alljährlichen Opernfestspiele, die hier stets die Saison abschließen, wenn man an den Nehmerstätten des Länderkulturausgleichs bereits die Bühnen hochgeklappt hat; da wird nochmal alles hergezeigt, bevor die freigebigen Bayern erst Richtung Herbst dann auch in die Sommerferien tuckern, während anderswo schon längst wieder eingeschult wird. Und ein bisschen löckt man hier traditionell auch innerfreistaatlich-parallelaktiv gegen den fränkischen Stachel im eigenen Wagnerfleisch: Pünktlich zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele setzt es in München nochmal das neue Rheingold in der umstrittenen Kratzer-Regie.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com