Die von Cate Blanchett verkörperte Lydia ist in Todd Fields Film Tár (2022) nicht die einzige, die den Taktstock schwingt. Da gibt es auch noch ihren Vorgänger bei den Berliner Philharmonikern, Andris, und die Gilbert-Kaplan-Kopie Eliot (Mark Strong), außerdem Társ persönliche Assistentin Francesca Lentini (Noémie Merlant), die hofft, Társ Assistentin bei den Berliner Philharmonikern zu […]
Schlagwort: Musik als Beruf
»Nachdem ich mich geoutet hatte, fingen Leute, die ich seit Jahren kannte, an, mich zu behandeln, als hätte ich plötzlich die Hälfte meines IQs verloren.«
Gerade hat die Opernsängerin Sam Taskinen am Theater Erfurt Premiere als der Riese Fasolt in Wagners Rheingold gefeiert. Mit ihrer warmen und sonoren Bassbariton-Stimme hat sie bereits viele wichtige Rollen ihres Fachs gesungen: Fra Melitone in Verdis La Forza del Destino, Kasper in Webers Freischütz oder Angelotti in Puccinis Tosca. Sam war festes Ensemble-Mitglied in […]
»Ich habe für meine Beerdigung schon die Playlist vorbereitet.«
VAN hat in der Vergangenheit häufiger über Menschen berichtet, die sich durchaus längere Zeit als einen »Teil der Klassik-Szene« gesehen haben: Die gelernte Altistin Dina König etwa, die inzwischen als Tramfahrerin für die Basler Verkehrsbetriebe tätig ist, der Dirigent Christoph Altstaedt, der als Anästhesist arbeitet: Berufe, die große Verantwortung mit sich bringen – wie auch […]
Ein Vertrag, der vieles darf und wenig muss
Ein Festvertrag an einem deutschen Opernhaus – für viele Sängerinnen und Sänger nicht nur in Deutschland das Karriereziel schlechthin. Doch diese »Sicherheit« hat einen hohen Preis. Rein arbeitsrechtlich gesehen ist der sogenannte NV-Bühne ein Vertrag, der vieles darf und wenig muss: »Der NV ist der einzige Arbeitsvertrag in diesem Land, in dem die Arbeitszeit nicht geregelt […]
»Wenn ich von Aushilfen leben müsste, hätte ich ein Problem.«
Nur die wenigsten jungen Musiker:innen werden nach Ende ihres Bachelor- oder Masterabschlusses in einem öffentlich finanzierten Orchester fest angestellt. Stattdessen wartet die Freiberuflichkeit: oft als Lehrkraft an Musikschulen oder als Aushilfe in den großen Orchestern. In jedem Konzert sitzen sie mit an den Pulten und zwischen den fest angestellten Instrumentalis:innen – sie tun das gleiche, […]
»Er hat an einem Abend so viel bekommen wie ich im ganzen Monat.«
Nach sechs Jahren Singen an der Hochschule wollen junge Sänger:innen vor allem eines: Endlich auf die Bühne! In Deutschland bieten 22 Opernstudios einer Hand voll junger Sänger:innen die Möglichkeit, Bühnenerfahrung zu sammeln und zumindest schonmal einen Fuß in die Tür des hart umkämpften Business zu bekommen. Während früher nur wenige große Häuser wie Frankfurt, Köln […]
»Ich kenne keine Berufsgruppe, die so defizit- und fehlerorientiert arbeitet wie Musikerinnen und Musiker.«
Klassische Musik als Beruf hat mit kaum einer anderen Profession so viele Gemeinsamkeiten wie mit dem Leistungssport: eine frühe Professionalisierung, die oft schon als Kind beginnt, eine von Wettbewerb und Konkurrenzkampf geprägte Ausbildung, eine handwerkliche Meisterschaft, die oft mit körperlichen Beschwerden einhergeht, der Druck, im entscheidenden Moment punktgenau Höchstleistungen abzurufen … Dass dies alles mit […]
Sinnliches Vergnügen
In seiner 1997 erschienenen Biographie über Franz Schubert nimmt der (mittlerweile verstorbene) österreichische Musikwissenschaftler Ernst Hilmar die Reisen des Komponisten unter die Lupe. Wer sich schon immer fragte, welche Route Schubert im Frühjahr 1818 von Wien aus zu einer adeligen Familie in Želiezovce wählte, findet hier Antworten (von Hlohovec über Hainburg und Preßburg). Hilmar weiß, […]
Barocker Silberrausch und Schwedens erste Telegraphistin
Laut einer Statistik des Deutschen Musikinformationszentrums gehen 70 Prozent aller freischaffenden Musiker einer Nebenbeschäftigung nach – eine Tatsache, die gerne totgeschwiegen oder zumindest geschickt verschleiert wird. Dabei befinden sich die Musiker:innen mit Nebenerwerb historisch betrachtet in guter Gesellschaft: Viele berühmte Komponist:innen waren multiprofessionell aufgestellt, manövrierten sich mit Nebenbeschäftigungen durch wirtschaftliche Engpässe oder schlugen sogar gänzlich […]
»Viele Sängerinnen denken, sie wären die einzigen mit solchen Problemen.«
»Zyklusbasiertes Training« nennt man es im Sport, wenn man beim Trainieren berücksichtigt, dass sich körperliche Veränderungen während des Menstruationszyklus auf die Leistungsfähigkeit der Athletinnen auswirken – und die Einheiten entsprechend plant. Mittlerweile empfehlen Lifestylemagazine wie Tageszeitungen, Öffentlich-Rechtliche und Krankenkassen einen solchen Ansatz auch für Hobbysportlerinnen. Die Grundlage hierfür bilden zahlreiche Studien, unter anderem von Sportwissenschafts-Professorin […]
