VAN hat in der Vergangenheit häufiger über Menschen berichtet, die sich durchaus längere Zeit als einen »Teil der Klassik-Szene« gesehen haben: Die gelernte Altistin Dina König etwa, die inzwischen als Tramfahrerin für die Basler Verkehrsbetriebe tätig ist, der Dirigent Christoph Altstaedt, der als Anästhesist arbeitet: Berufe, die große Verantwortung mit sich bringen – wie auch sämtliche Tätigkeiten, die im weitesten Sinne mit Trauerarbeit zu tun haben. So ist der ehemalige Intendant der Opéra du Rhin in Straßburg Rudolf Berger inzwischen als Trauerredner unterwegs.
Renske Steen war unter anderem sieben Jahre lang als Text- und Online-Redakteurin am Konzerthaus Berlin beschäftigt. Dort habe ich sie 2012 kennengelernt und mit ihr zusammengearbeitet. Auf Social Media sah ich vor ein paar Wochen, was sie jetzt beruflich treibt: Renske Steen hat gemeinsam mit Julia Kreuch in Hamburg ein alternatives Bestattungsunternehmen gegründet: »faarwel« heißt das Projekt.

VAN: ›faarwel‹ ist ein Gruß für eine gelingende Reise, wie man ihn sich auf der Insel Sylt sendet. Bist du auf Sylt geboren worden?
Renske Steen: Nein, ich bin in Ostfriesland zur Welt gekommen. Sylt gehört ja zu Nordfriesland, aber in unserem Platt gibt’s den Gruß so leider nicht, erst wieder drüben in den Niederlanden: ›Vaarwel!‹

