Nur die wenigsten jungen Musiker:innen werden nach Ende ihres Bachelor- oder Masterabschlusses in einem öffentlich finanzierten Orchester fest angestellt. Stattdessen wartet die Freiberuflichkeit: oft als Lehrkraft an Musikschulen oder als Aushilfe in den großen Orchestern. In jedem Konzert sitzen sie mit an den Pulten und zwischen den fest angestellten Instrumentalis:innen – sie tun das gleiche, sie üben genau so lang und oft, sie haben genau so lang und intensiv studiert, sie spielen ihr Instrument auf dem gleichen Niveau. Kein Orchester kommt ohne sie aus. Und dennoch arbeiten sie unter prekären Bedingungen.

Mitte Januar hat die Orchestervereinigung unisono eine Aushilfenampel veröffentlicht, die mit Blick auf Deutschland zeigt, was die jeweiligen Orchester ihren Aushilfen zahlen – für Probendienste und Konzerte. Zusammen mit der Erhebung kommt auch eine Empfehlung für Mindesthonorare. Anhand einer Deutschlandkarte illustriert unisono, welche Orchester diesen Mindesthonorarempfehlungen für freie Orchesteraushilfen entsprechen (grün) und welche nicht (gelb und rot). In NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland dominieren vor allem gelb und ein bisschen grün – im Osten und Süden dagegen vor allem rot und ein bisschen gelb. Die Hauptstadt gleicht einer roten Blume mit gelbem Blütenstempel.


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… schreibt als freiberufliche Musikjournalistin unter anderem für die Zeit, den WDR und den SWR. Nach dem Musikstudium mit Hauptfach Orgel und dem Master in Musikjournalismus promoviert sie am Institut für Journalistik der TU Dortmund im Bereich der Feuilletonforschung.