Veröffentlicht inKritik

Gruppenbild mit Fanny

»Die deutsche Geschichte ist Mendelssohn viel schuldig geblieben«, erklärt Jürgen Ernst, der Direktor des Mendelssohn-Hauses, direkt nach der Begrüßung in der Goldschmidtstraße 12 in Leipzig. Damit spielt er nicht nur auf die antisemitische Diffamierung und musikwissenschaftliche Geringschätzung an, die Felix Mendelssohn »lange in eine Ecke verbannte, in der Windstille herrscht«, wie Volker Hagedorn es in […]

Veröffentlicht inInterview

Warten und sich selbst malträtieren

Wie gehen Sie in Ihrer Arbeit mit Einsamkeit, Selbstzweifeln und Frustration um? Fällt es Ihnen heute leichter oder schwerer als früher? Der Arbeitsprozess ist immer schwierig. Komponieren heißt vor allem: Warten und sich selbst malträtieren! Das Schlimmste sind die langen quälenden Phasen, in denen man in seinem Zimmer sitzt und es nicht weitergeht. Dieser Prozess […]

Veröffentlicht inEssay

Female Composers

Brauchen Komponistinnen angesichts des althergebrachten und manchmal muffigen männlichen Status quo in der Musikkultur gezielte Förderung? Vielleicht nicht, meint , ein Blick auf ihre Kunst lohnt viel mehr. TEXT ALEX ROSS · ÜBERSETZUNG TOBIAS SCHNETTLER · Datum 25.3.2015 Noch immer besteht eine auffällige Ungleichheit. Bis heute wurde in der Met nur eine einzige Oper von […]

Veröffentlicht inInterview

Das Arbeiten von Eva Reiter

VAN: KÖNNEN SIE ZUNÄCHST ETWAS ZU IHREM AUFTRITT BEI »LIQUID ROOMS« SAGEN, WELCHES IHRER STÜCKE WIRD GESPIELT? Eva Reiter: Bei »Liquid Rooms« (einem vom Emsemble Ictus entwickelten Format) sollen Hörgewohnheiten verändert und Grenzen zum Verschwimmen gebracht werden. Die Kompositionen werden in fließenden Übergängen von drei bis vier Bühnen aus gespielt, die Hörer/innen dazu eingeladen, sich […]

Veröffentlicht inReportage

Temperatur und Energie. Die Zukunft des Archivio Luigi Nono

Übersetzung Jonas Löffler Die Fondamenta Sant’Eufemia, eine Straße auf der venezianischen Insel Giudecca, verläuft parallel zum Wasser. Wie sie über den ans Ufer schlagenden Wellen erscheint, wirkt ihre Existenz fast zufällig. Zwischen den zwei Fassaden mit den Nummern 610A und der leicht abblätternden 655 nimmt eine Gasse ihren Anfang, die von roten und grauen Häusern […]

Veröffentlicht inInterview

Modulieren, ohne sich um Tonalität (und Promotion) zu kümmern

Der Kompositionswettbewerb ist entschieden. Trotz einer hohen Hürde durch die Zugangsvoraussetzungen von RicordiLab – die Bewerber/innen sollten bereits vier eigene Werke vorweisen können, die von professionellen Ensembles aufgeführt oder gar beauftragt worden sind – haben sich 217 Komponist/innen aus 45 verschiedenen Ländern bei der Jury mit ihrem Beirat, bestehend aus der Komponistin Liza Lim, dem […]

Veröffentlicht inInterview

Total Bock, an dieser Institution herumzubasteln

Eine La Traviata, in der die Protagonistin zwei Stunden alleine auf der Bühne steht, ein Don Giovanni, dessen Titelheld konsequent im Off bleibt, eine Aida, bei der die Chorsänger im Publikum sitzen: Der Regisseur Benedikt von Peter ist durch die Auflösung der üblichen Zentralperspektive und radikale Raumkonzeptionen bekannt geworden. Er hat unter anderem an den […]

Veröffentlicht inInterview

Klangfaden

Ich treffe Rebecca Saunders an einem sonnigen Nachmittag in ihrem Berliner Studio. Die Partitur ihres neuen Stücks ist an den Wänden um uns herum mit Klebeband befestigt; eine Seite löst sich und schwebt auf den Boden. Wir sprechen zunächst darüber, worüber wir nicht sprechen werden: welche Erfahrungen sie gemacht hat als Komponistin. »Es ist eine […]

Veröffentlicht inInterview

Stay Worried

Das erste Mal traf ich die Komponistin Betsy Jolas 2005 in der Provence. Ich hatte ein Stipendium für die Teilnahme an der Académie de Villecroze erhalten, und führte dort Jolas’ Mon Ami für Singstimme und Klavier auf. Es ist ein sehr besonderes Stück, in dem die Pianistin singt und ihre Stimme dabei mit dem Klang […]

Veröffentlicht inKritik

Oper als Kōan

Liza Lims Oper und ihre Inszenierung gehen auf ein Werk von Jonathan Safran Foer zurück, das wiederum die Ausstanzung eines Buches von Bruno Schulz ist. Da kann Bedeutung nur noch behauptet werden. Text · Fotos © Paul Leclaire / Oper Köln · Datum 13.4.2016 Schaffen, indem man etwas wegnimmt. Was Jonathan Safran Foer für seine […]

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