Liza Lims Oper und ihre Inszenierung gehen auf ein Werk von Jonathan Safran Foer zurück, das wiederum die Ausstanzung eines Buches von Bruno Schulz ist. Da kann Bedeutung nur noch behauptet werden.
Schaffen, indem man etwas wegnimmt. Was Jonathan Safran Foer für seine Buch-Skulptur Tree of Codes (2011) gemacht hat, ist aber nicht verwandt mit Radierung, Bildhauerei oder Stockhausens Filtern des weißen Rauschens, sondern eher mit einem Remix unter stark verschärften Bedingungen: Vom Text seines Lieblingsbuches, Bruno Schulz’ Die Zimtläden (polnisch: Sklepy cynamonowe), ließ er das meiste rausstanzen – Sätze, Wörter, Absätze. So ist eine Skulptur entstanden, ein fast hohles Buch, außerdem eine neue superkurze Erzählung, besser ein langes Gedicht. Aus ›The Street of Crododiles‹, dem englischen Titel der Zimtläden, wird durch das Weglassen einiger Buchstaben ›Tree of Codes‹. Das Thema der beiden Werke ist Auslöschung, auch Auslöschung jüdischer Kultur, Schauplatz bei Schulz ist ein Schtetl in Galizien.

