»Die deutsche Geschichte ist Mendelssohn viel schuldig geblieben«, erklärt Jürgen Ernst, der Direktor des Mendelssohn-Hauses, direkt nach der Begrüßung in der Goldschmidtstraße 12 in Leipzig. Damit spielt er nicht nur auf die antisemitische Diffamierung und musikwissenschaftliche Geringschätzung an, die Felix Mendelssohn »lange in eine Ecke verbannte, in der Windstille herrscht«, wie Volker Hagedorn es in seiner VAN-Kolumne formuliert. Auch sein Wohn- und Sterbehaus wurde erst 1997 zum »Mendelssohn-Haus«, zu einem Ort, an dem Felix überall präsent ist: Als Komponist, Dirigent, Klaviervirtuose, Kulturpolitiker und als Geist des Menschen, der täglich durch genau diese Flure lief (übrigens: vorbei an wunderschön gestrichenen bunten Wänden, deren heutige Farbe den unter der Tapete gefundenen Originalfarbresten nachempfunden ist). Zum Vergleich: Das Beethoven-Haus in Bonn gibt es seit mittlerweile fast 130 Jahren.
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