Er gilt als das freundlichste Erbteil des sonst oft gar garstigen Wagnerismus in Deutschland: Engelbert Humperdinck. Gewiss ist das etwas eindimensional, und ein gewichtiges Werk wie seine Oper Königskinder wird selten gespielt. Das »Märchenspiel« Hänsel und Gretel von 1893 hingegen ist, vor allem in der Weihnachtszeit, allgegenwärtig. Da ist es ernstnehmenshalber schon mal zu begrüßen, wenn die Premiere der Neu-Inszenierung von Hänsel und Gretel an der Komischen Oper Berlin Ende Januar stattfindet.

Andererseits, selbst schon wieder fragwürdig ist dieser kernig zurechtweisende Satz von Opernbescheidwissern: »Das ist nämlich gar keine Kinderoper!« Das Grimm-Märchen selbst ist ja auch im Grunde nichts für Kinder, sondern eher ein Fall für den Jugendschutz. Alles in allem ist da das Humperdinck-Bühnenstück das weitaus mildere Kunstwerk. Und großes Orchester macht schließlich bereits Kindern Freude, sodass man einfach sagen darf: all age.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com