Reiche haben besseren Sex als Arme, das ist eine der immerhin diskutierbaren Ideen, die man Strauss’/Hofmannsthals unmöglichem Giga-Werk Die Frau ohne Schatten entnehmen kann. Sorgenfrei besseres Vögeln bei denen da oben, zumindest bevor die fundamentale Sex-, Ehe- und Sinnkrise einsetzt. Anfangs singt die gespenstische Amme noch übers rege Kopulationsleben bei Kaisers:
Die Nacht war nicht / in zwölf Monden, / dass er ihrer nicht hätte begehrt! / (…) Im ersten Dämmer / schleicht er von ihr, / wenn Sterne einfallen, ist er wieder da! / Seine Nächte sind ihr Tag, / seine Tage sind ihre Nacht.

