Veröffentlicht inThe Society of Music

Mahler-Verstörung

Bis zuletzt soll Gustav Mahler geändert haben an der Partitur seiner fünften Symphonie, zumal das Schlagwerk zurückgenommen. Vielleicht sind deshalb die Becken, die da nach der Trompetenfanfare am Anfang, über dem Tutti-Fortissimo fürs strahlende Finish sorgen, zwei Nummern kleiner als üblich im symphonischen Normalbetrieb. An diesem Abend, an dem das Mahler Academy Orchestra aus Bozen […]

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Cleveland im Goldenen Saal, Kickl ante portas (Post aus Wien)

Am Brucknergeburtstag, ausgerechnet, waren die Philharmoniker gar nicht zuhause in Wien, sie brachten ihr Ständchen, die Erste, mit Christian Thielemann im Wolkenturm von Grafenegg dar. Gleichfalls open air gab es eine Vierte im Geburtsort Ansfelden, mit dem Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst. Die Romantische dann nochmal im Musikverein, und endlich Schumanns Klavierkonzert und Tschaikowskys Fünfte. […]

Veröffentlicht inRecherche

Welcome to Shorworld

I. Der Amateur Vor etwa zwei Jahren klingelt bei einem bekannten Musiker das Telefon. Es ist seine Agentur, man habe ein ungewöhnliches Angebot erhalten. Ein Konzertveranstalter aus Dubai namens Classical Music Development Initiative (CMDI) habe den Musiker als Solisten angefragt und eine Gage in Aussicht gestellt, die dem entspricht, was er sonst bei Konzerten mit […]

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Gesänge der Jünglinge

Das mit dem »Radio Cologne Sound« steht in The Crying of Lot 49 von Thomas Pynchon, einem für seine enigmatischen Riesenromane und wohl auch für seine weitgehende Unsichtbarkeit verehrten Autors. In einer schummrigen Bar namens The Scope, nahe Los Angeles, trifft sich die kleine Gemeinde der »Elektroniker von Yoyodyne«. Es wird viel getrunken und etwas […]

Veröffentlicht inHundert 11

Et in America ego

Vielleicht ist – oder war? – »Amerika« für uns das, was im sechzehnten, siebzehnten, achtzehnten Jahrhundert »Arkadien« war: diffuse Utopie, auch wenn man’s irgendwo ansiedeln kann (etwa wie Goethe sein Ego-Arcadia in Italien). Nur eben mit rauen Cowboys und -girls statt heißen Hirten und schönen Schäferinnen. Insofern passt es, wenn beim diesjährigen Musikfest Berlin unter […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Was Bruckner hörte, wenn er Bruckner hörte

Dieses Musikgedenkjahr gehört eindeutig Anton Bruckner. Vom bald hundertfünfzigjährigen Arnold Schönberg ist nicht wirklich viel zu hören, selbst die Würdigungen des vor kurzem verstorbenen Wolfgang Rihm fand ich insgesamt merkwürdig verhalten. Aber Bruckner! Die lange und ziemlich illustre Reihe der Gesamteinspielungen wurde um noch ein paar CD-Boxen länger, es gibt Bruckner auf der Orgel oder […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Am Tellerrand der Oper

Man darf ein identifikatorisches Motiv vermuten: Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov hat ein Vier-Stunden-Stück über den russischen Regisseur Sergey Paradjanov (1924–1990) geschrieben. Unter Cineasten ist Paradjanov eine Größe, Filme wie Die Farbe des Granatapfels oder Schatten vergessener Ahnen gelten in ihrer surreal-poetischen Eigenart als Meilensteine des Arthouse-Kinos. Weil er für die Schönheit in einer hässlichen […]

Veröffentlicht inEssay

»Was ist an der Tatsache so komisch, dass man sich mit etwas Wichtigem beschäftigt?«

Ich war acht Jahre lang im Vorstand unseres Orchesters. Ich habe versucht, zwei Chefdirigentenwechsel zu beeinflussen und einen Managerwechsel, ich habe eine große Tarifvertragsänderung miterlebt, ich habe bei unterschiedlichen Gelegenheiten kleinere Reden gehalten und ich wurde überrascht von einer Rede, die der Intendant unseres Senders in Hamburg im Überseeclub gehalten hat. In dieser Zeit habe […]

Veröffentlicht inPlaylist

Mehr als Brimborium

Die Olympischen Spiele – wie auch andere Spiele der griechischen Antike – waren nicht nur Sportfeste, sondern allumfassende Festivals. Sie waren in ihrer ursprünglichen Idee Plattform für Sport, Schauspiel, Lyrik, Malerei, Skulptur, Kulinarik und Musik. Und das alles auf der Basis des Kultisch-Religiösen. Bei den Pythischen Spielen in Delphi, einer den Olympischen Spielen sehr ähnlichen […]

Veröffentlicht inPlaylist

Bambule

Louis Moreau Gottschalk (1829–1869) war so etwas wie der Frank Elstner des Komponierens für Klavier: erfolgreich, innovativ, ein Pionier. Nur starb Gottschalk viel zu früh. Geboren am 8. Mai 1829 in der späteren Jazz-Stadt New Orleans als Sohn eines sephardischen Juden, interessierte er sich früh für kreolische und afroamerikanische Musik. Mit Georges »Carmen« Bizet und […]

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