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Clown in Ketten

Wer wissen will, was die Komponistin Ethel Smyth zu Lebzeiten dachte, fühlte und tat, kann sich glücklich schätzen: Sie hinterließ bändeweise autobiographische Aufzeichnungen und lieferte sich damit gleichsam der eher boulevardesken Musikgeschichtsschreibung mutig aus. Ein Substrat dieser Notizen hat Heidi Feilhauer 2023 ins Deutsche übersetzt: (Ethel Smyth: Paukenschläge aus dem Paradies, Köln 2023). Mit diesem […]

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Non plus ultra

»Der Verfasser dieser Zeilen sitzt nun abgekühlt am Schreibepulte, doch unvergesslich wird ihm dieser Moment bleiben; Kunst und Wahrheit feiern hier ihren glänzendsten Triumph – und mit Fug und Recht könnte man sagen: non plus ultra! – Wem möchte es wohl gelingen, diese unnennbare Stelle noch zu überbieten?« Der anonyme Rezensent des Jahres 1824, der […]

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Hilfeschreie, ganz aus der Nähe

Je älter ein E-Musik-Werk ist, desto komplizierter ist meist die Überlieferungsgeschichte, was die Noten angeht. Die Überlieferungssituation zu Bachs Johannes-Passion – die Textgrundlage bilden namensgemäß das Johannes-Evangelium der Heiligen Schrift sowie frei hinzugenommene Texte – ist vergleichsweise luxuriös. Da gibt es ganz andere Fälle von hier und dort mühsam zusammengetragenen Versatzstücken, um so etwas wie »Aufführungsversionen« zur Verfügung zu stellen. […]

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Hidden Champions – 7. Station: Staatstheater Meiningen

Das Eingangsportal des Meininger Bahnhofs ist verriegelt, die Fenster auf der Rückseite mit Reklame-Plakaten für eine längst umgezogene Taxizentrale verklebt. Ein roter Pfeil am Bauzaun davor weist den Weg zur geschlossenen Spielbank im Nachbargebäude. Auf den ersten Blick erinnert hier nichts an das mondäne Flair der ehemaligen Herzogresidenz. In einem Schaukasten am Straßenrand lese ich […]

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Nicht einsam sein

Bedřich Smetana (1824–1884) wurde am 2. März 1824 in Litomyšl (Ostböhmen) geboren. Er ist vermeintlich einer jener Komponisten, die nur einen »Hit« hatten: Die Moldau aus dem Orchesterzyklus Má vlast (Mein Vaterland) – 1875 in Prag uraufgeführt. Als »One-Hit-Wonder-Komponist« kommt er allerdings längst nicht infrage, schließlich steht mindestens seine 1866 uraufgeführte Komische Oper Prodaná nevěsta […]

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Das Umami der Sequenzen

Haydn, Mozart und Salieri waren Fans der blinden Pianistin, Lehrerin, Komponistin, Sängerin und Organistin Maria Theresia von Paradis (1759–1824). Die gebürtige Wienerin komponierte Lieder, Kantaten, Solo-Konzerte, Kammermusik und Opern. Berühmt ist sie bis heute – leider muss man sagen – »nur« für ein einziges Stück. Und das ist angeblich noch nicht einmal von ihr. Na […]

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Uneitel im Flow

Manchmal ist man einfach im Fluss. Durchnässt von Ideen. Manchmal läuft es. Man ist gefragt, bekommt Aufträge – und weiß: »Das wird viel, aber ich schaffe das. Irgendetwas trägt mich. Alles klappt, was ich gerade mache. Und selbst, wenn ich es nur nebenbei erledige. Einfach machen. Und sich dann positiv überraschen lassen.« – So erging […]

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Komm her, Junge. Ich nehm dich in den Arm!

Fragt man an Jugendorchester-Probenwochenenden – also zwischen Alkoholabusus, Skat-Exzessen und hornhautabraspelnden Streicher-Registerprobenquälereien – alle Beteiligten nach den absoluten Symphonie-Komponisten-Favoriten, dann stehen am Ende solcher Umfragen meistens die Namen Schostakowitsch, Mahler und Brahms. Und, mit kleiner Einschränkung: Tschaikowsky. Bieten Schostakowitschs und Mahlers Orchesterwerke als symphonische Ego-Shooter das spätpubertär gut er- und gelittene Äquivalent zum früheren Genuss […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Zwischen Weitblick und Lupe

Ab und zu, nicht sehr oft, platzt einem Klassiker der Marmor ab. Mozarts Jupitersinfonie zum Beispiel. Aber halt, wo soll denn da noch Marmor gewesen sein? Mozart wird doch seit einem halben Jahrhundert freigelegt, aufgekratzt, zum Leben seiner »Klangrede« gebracht, wie Befreiungspionier Harnoncourt das nannte, und ins vibrierende Umfeld der Französischen Revolution, die in seinem […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

Musikgeschichte schreiben in Porträts

Im Oktober 2019 haben wir einfach angefangen. Mit einem Porträt der durchaus fortschrittlichen Spätromantikerin Margaret Ruthven Lang (1867–1972), die stolze 104 Jahre alt wurde. Auf ihr Porträt folgten 249 weitere: erst biographisch, kurz und bündig, und dann ein YouTube-Link mit einer Musik der jeweiligen Komponistin und ein beschreibender Text – eher emotionalisierend, aber auch einmal […]

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