Der Geiger Adam Woodward spielte im März 2023 im Finale des Berlin Prize for Young Artists – und wurde am Ende mit einem der beiden Preise ausgezeichnet. Sein sorgfältig kuratiertes und mit großer Intensität vorgetragenes Programm spannte einen Bogen von Liza Lim und John Cage zu Bahar Royaee und beschwor die Schönheit von kargen Landschaften […]
Autoren-Archive: Jeffrey Arlo Brown
... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.
In guten Händen?
Es ist erst Mitte Februar und trotzdem hat 2023 schon zwei Neubesetzungen für große Chefdirigent:innen-Posten zu verzeichnen: Am 1. Februar unterschrieb der israelische Dirgent Lahav Shani seinen Vertrag bei den Münchner Philharmonikern, wo er ab der Saison 2026/27 Nachfolger von Putinfreund Valery Gergiev wird. Am darauffolgenden Dienstag verkündete das New York Philharmonic, dass dort – […]
Too big to fail
Too big to fail – gilt das auch für musikalische Werke? Das neueste Stück von Esa-Pekka Salonen, der neben seiner Kompositionstätigkeit aktuell auch Chefdirigent des San Francisco Symphony Orchestra ist, hat gleich eine ganze Reihe von »Stakeholdern« im Rücken: Das National Polish Radio Symphony Orchestra aus Kattowitz (das am 13. Januar die Premiere spielte), die […]
»Man hat Angst, Freundinnen und Freunde zu fragen, wie es ihnen geht.«
Am 26. November gastierte das Youth Symphony Orchestra of Ukraine (YsOU) unter dem Motto »A Night for Ukraine«, unterstützt vom Goethe-Institut und dem Bundesjugendorchester, im Konzerthaus Berlin. Während der Veranstaltung war der ukrainische Patriotismus durch blaue und gelbe Lichtprojektionen auf der Rückseite der Bühne und »Sláva Ukraini, Heróyam sláva!«-Rufe während des Applauses immer wieder spürbar. […]
Requiem for a Tweet
Für Musikbegeisterte war Twitter auf den ersten Blick nicht das richtige Soziale Netzwerk. Auf Youtube kann man sich 10 Stunden nonstop Für Elise reinziehen, auf TikTok gehen Teenager mit Shantys viral. Twitter bot keine Möglichkeit, die eigene Musik zu teilen (wie SoundCloud oder Bandcamp) und anders als auf Discogs war es der Twittergemeinde ziemlich egal, […]
»Ich versuche, Auflösungen zu vermeiden.«
Steve Reich ist der Bob Dylan der klassischen Musik. Alle lieben die revolutionären frühen Werke (Come Out, Piano Phase, Four Organs). Sein späteres Schaffen war, gerade auch in seiner Vielseitigkeit, eher Gegenstand von Kontroversen. Aber wie bei Dylan, dessen Album Rough and Rowdy Ways aus dem Jahr 2020 von vielen Seiten gefeiert wurde, ist auch […]
Ein Perfektionist, der loslassen kann
Gestern gab das Royal Opera House die Ernennung des tschechischen Dirigenten Jakub Hrůša zum neuen Musikdirektor des Hauses ab der Spielzeit 2025/26 bekannt. Hrůša, der in London Nachfolger von Antonio Pappano wird, ist derzeit Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Sein Vertrag dort läuft 2026 aus, ob Hrůša länger in Bamberg bleibt, sei noch nicht entschieden, sagt […]
»Das ist jetzt der nächste Schritt: Alle verteidigen die Frauen.«
Am 13. September wurde die 22-jährige iranisch-kurdische Mahsa Amini von der »Sittenpolizei« der Islamischen Republik Iran in Teheran festgenommen. Drei Tage später starb sie in Polizeigewahrsam. Im ganzen Land brachen Proteste aus, die von Frauen angeführt wurden und sich in erster Linie gegen das richteten, was Niloufar Nourbakhsh, die iranische Komponistin und künstlerische Leiterin der […]
Die Gleichgültigkeit des Kosmos
Während der Arbeit am ersten Satz seiner Quatre chants pour franchir le seuil, den Vier Gesängen, um die Schwelle zu überschreiten, vermerkte Gérard Grisey im Juli 1996 in seinem Notizbuch: »Sollte ich jemals eine Oper komponieren, dann sollen die Konflikte und Tragödien sich nicht zwischen den einzelnen Stimmen entspinnen, sondern aus der Beziehung zwischen den […]
»Der Druck ist einfach omnipräsent.«
Im November 2021 schlängeln sich zwei Trompeten des Sinfonieorchesters Wuppertal durch die chromatischen Linien des Anfangsmotivs des Tuba Mirum, des vierten Satzes aus Antonin Dvořáks Requiem, bis ihr Klang schließlich mit einem beunruhigenden Holzbläserakkord verschwimmt. Es ist diese Art von exponierter Orchesterpassage, bei der man nur merkt, wie schwer sie eigentlich zu spielen ist, wenn jemand […]
