Im November 2021 schlängeln sich zwei Trompeten des Sinfonieorchesters Wuppertal durch die chromatischen Linien des Anfangsmotivs des Tuba Mirum, des vierten Satzes aus Antonin Dvořáks Requiem, bis ihr Klang schließlich mit einem beunruhigenden Holzbläserakkord verschwimmt. Es ist diese Art von exponierter Orchesterpassage, bei der man nur merkt, wie schwer sie eigentlich zu spielen ist, wenn jemand einen Ton verreißt oder die Intonation beider Instrumente unangenehm flirrt. In Wuppertal klingt das Motiv bei jeder der drei Wiederholungen kristallklar und transparent wie ein einziges Instrument. Die Passage gelingt perfekt.
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