Veröffentlicht inEssay

Eine Frage der Perspektive

Zwei spektakuläre (?) Entdeckungen bisher unbekannter (?) Werke bedeutender Komponisten fanden in den letzten zwei Jahren viel Aufmerksamkeit: 2024 fanden Wissenschaftler eine Serenade in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, die schnell den Spitznamen Ganz kleine Nachtmusik verpasst bekam. Das kleine Werk, das Mozart im Alter von etwa 12 Jahren geschrieben haben soll, wurde in einer […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Irgendwie prä-postdramatisch

Das Klügste zum Thema hat der Regisseur Jens-Daniel Herzog schon gesagt. »Es gibt kein Theater ohne Regie.« Punkt. Es gibt aber auch, wer wollte es bestreiten, eine gelegentliche Sehnsucht danach, die immer wieder gespielten Repertoirestücke – immer wieder anders gezeigt, weil alles immer wie neu aussehen muss – einmal nicht originell, sondern irgendwie »original« zu […]

Veröffentlicht inInterview

»Es war mir natürlich etwas peinlich, aber ich blieb sowohl gegen die Beatles als auch gegen die Stones völlig gleichgültig.«

Earl Wilson, der amerikanische Kolumnist, schrieb einmal folgenden Satz: »Schnee und Pubertät sind die einzigen Probleme, die verschwinden, wenn man sie lange genug ignoriert.« So sehr mir der Satz gefällt, so wenig lässt er sich auf meine eigene Adoleszenz anwenden: Ich hatte irgendwie keine Pubertät, es hing mit der kirchlich durchgetakteten, mit Ritualen und heidnischen […]

Veröffentlicht inKritik

Das Glück der leisen Töne

Zart schweben die Klänge einer Glasharmonika durch die archaische Felsenreitschule, sie verschwimmen zu einem unwirklichen, kosmischen Sound, zerbrechlich und fremd. Mozart komponierte sein Adagio in C-Dur für Glasharmonika in seinem Todesjahr, Raphaël Pichon setzt das eigentümliche Werk an den Anfang und das Ende seines semiszenischen Opernabends Zaide oder Der Weg des Lichts, der zu einem […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Mozarts Bebungen [Bookletology #3]

Sehr wahrscheinlich ist, dass das, was einmal Die Zauberflöte sein würde, oder La Clemenza di Tito, oder Mozarts Requiem, außerhalb von Mozarts Hirn zum ersten Mal so zu hören gewesen, nämlich aus einem überschaubar großen (B 141 x H 78 x T 46) rechteckigen Tastenkasten. Einem Clavichord, das in Mozarts Geburtshausmuseum in Salzburg zu sehen […]

Veröffentlicht inHundert 11

Meine Tochter nümmermehr

Festivalzeit ist Antifestivalzeit. Manch einer begeht sein privates Antifestival, indem er einfach nicht zum Raven ins vorpommerische Ferdinandshof oder zum Abwagnern nach Bayreuth juckelt. Andere gehen ihr Anti dagegen frontaler an: Seit 2019 stänkerte das »anarchische, inklusive Musik- und Theater-Festival« BERLIN is not schon mehrfach gegen die Bayreuther Festspiele, in diesem Jahr ist Salzburg dran, […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Die Weisheitslehre dieses Knaben

Am Samstag, als das Eurovision Song Contest Finale anstand, saß ich im Zug, und mir war langweilig. Mein Telefon schlug mir, mittels meines Lieblings-Streamdienstes, vor, mir den Remix eines Udo-Lindenberg-Albums aus dem Jahr 1975 anzuhören, Votan Wahnwitz, auf dem der Ur-Deutschrocker und begnadete Reimer als irgendwie genial derangierter Dirigent, also im Frack zu sehen ist. […]

Veröffentlicht inSerien

»Großpapa« einer ganzen Komponistengeneration

Am 7. Mai 2025 jährt sich der Todestag des Komponisten, Lehrers und Kapellmeisters Antonio Salieris zum 200. Mal. Geboren wurde Salieri in der vormaligen Republik Venedig, am 18. August 1750, als achtes Kind einer Familie, in der allerlei Musiktätigkeiten ausgiebig gefördert worden: Der junge Antonio erlernte das Spiel an Violine und Cembalo und erhielt außerdem […]

Veröffentlicht inHundert 11

Schürzenjagd im Zwischenreich der Seele

Stringenz ist in Regiearbeiten von Kirill Serebrennikov nicht zu erwarten, dafür die Plausibilität des intensiven Moments, im besten Fall eindringlicher halber Stunden. Das gilt nicht nur für seine Inszenierungsserie der Mozart/Da-Ponte-Opern, die jetzt an der Komischen Oper Berlin mit Don Giovanni ihren Abschluss findet; so war es auch in Serebrennikovs Wiener Parsifal. Dessen erzählerischer Bogen […]

Veröffentlicht inPlaylist

»Wenn das Thema erklingt, hat Annie Fischer schon eine ganze Welt aufgebaut.«

»Die Präsenz von Mikrofonen beunruhigte sie und störte ihre Affinität zum Spontanen«, schreibt János Mácsai über die Pianistin Annie Fischer. Trotz – oder gerade wegen? – ihrer Angst vor der Aufnahmesituation, ihrer Liebe zum Live-Konzert und vor allem aufgrund der sprudelnden Frische ihres Klavierspiels, ihrer vermittelten Authentizität im Erfühlen der Werke Mozarts, Beethovens und Schuberts […]

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