Veröffentlicht inInterview

Ein gegenseitiges Umarmen  

Als die Staatskapelle Dresden im Oktober 2000 beim Beethovenfest in Bonn gastiert, zeigt das Akademische Kunstmuseum parallel eine Sonderausstellung ihres Chefdirigenten: ›Meisterwerke griechischer Keramik aus der Sammlung Giuseppe Sinopoli‹.  Wer ein Porträt über Giuseppe Sinopoli schreiben möchte, steckt unwillkürlich in der Bredouille: Wie findet man einen Weg durch dessen labyrinthische Interessen und Begabungen? 1946 in […]

Veröffentlicht inRecherche

Freundliche Übernahme

Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen klassischer Musik und Leistungssport. Vielleicht sind Profisportler sogar die Berufsgruppe, die klassischen Musikern in Ausbildung und Sozialisierung am nächsten kommt: Man muss sehr jung anfangen, um später sehr gut zu werden. In der Instrumentalausbildung setzt, ähnlich wie im Leistungssport, früh ein Selektionsprozess ein. Schon als Kind wird man mit Wettbewerb […]

Veröffentlicht inEssay

Mahler statt Rosinen

Zu den vielen Fäden, die sich durch David Foster Wallaces Unendlicher Spaß spinnen, gehört die Jagd nach einem obskuren Film, der dem Roman seinen Titel gab. Dessen Wirkung ist so verheerend – seine Betrachter fallen augenblicklich in eine Art dauergrinsendes Wachkoma –, dass unter anderem die Separatistenorganisation »Rollstuhl-Attentäter« hinter dem Masterband her ist, um sie […]

Veröffentlicht inInterview

»Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass Anima stirbt.«

»Nach dem ersten, wie aus dem Nichts dunkel und warm dräuenden Streicherweben, dem ersten fremd und magisch von fern tönenden Hornruf schien alles möglich. Man hört höchst eigene Klangfarbmischungen, dazu viel Charakter vor allem in den Bläsern, so wird ein Solo der Klarinette, Flöte, Oboe eben mehr als die perfekte Realisierung eines Notentextes, nämlich eine […]

Veröffentlicht inBericht

Més que un Konzerthaus

Der Potsdamer Platz hat – mal wieder – ein Imageproblem. Kein Berlinale-Bericht kam dieses Jahr ohne einen Seitenhieb gegen die wachsende Tristesse zwischen »Mall of Berlin« und Kulturforum aus. Kinemathek weg, Musicaltheater oll, »Boulevard der Stars« verrottet, Sony Center ein Lost Place. Bleibt der eisige Wind durch die Häuserschluchten und ein natürlicher Fluchtimpuls. Die Berlinale hat seit […]

Veröffentlicht inMeldung

»Man musste nur bei Google nachschauen.«

Bevor Frédéric Chaslin sie fragte, ob sie Interesse hätte, Jeffrey Epstein zu treffen, hatte die damals 21-jährige französische Philosophiestudentin, die anonym bleiben möchte, nur ein paar Mal mit dem Dirigenten auf Facebook geschrieben. Irgendwann im Jahr 2013 fragte Chaslin sie, ob sie nicht während eines drei- oder viertägigen Paris-Aufenthalts für Epstein dolmetschen wolle.  Die Studentin […]

Veröffentlicht inMeldung

»Ich habe ein tolles Mädchen für deinen nächsten Aufenthalt in Paris gefunden.«

»Ich habe ein tolles Mädchen für deinen nächsten Aufenthalt in Paris gefunden«, schrieb der Dirigent Frédéric Chaslin im September 2013 an Jeffrey Epstein. Chaslin erzählte dem US-Multimillionär, der sich 2008 erstmals der Anstiftung zur Prostitution in einem Fall einer Minderjährigen schuldig bekannt hatte, dass das Mädchen eine 21-jährige Philosophiestudentin sei. Sie spreche drei Sprachen fließend […]

Veröffentlicht inMeldung

Fast jede 20. Planstelle vakant

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono die sogenannte Planstellenstatistik der – derzeit – 129 öffentlich geförderten Berufsorchester in Deutschland. Dazu gehören Opern- und Konzertorchester ebenso wie Rundfunk- und Kammerorchester. In den letzten zwei Jahren ist diese Zahl weitgehend stabil geblieben: Für 2026 sind 9.748 Planstellen ausgewiesen, 33 weniger als 2024. »Natürlich […]

Veröffentlicht inInterview

»Wir dürfen die Freiheit niemals für selbstverständlich halten.«

Dreieinhalb Wochen nach Ausbruch der landesweiten Proteste im Iran bleibt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Mullah-Regimes unerfüllt. Wie schon 2023 während der »Frau, Leben, Freiheit«-Bewegung hat das Regime in den letzten Wochen alle Demonstrationen mit skrupelloser Brutalität niedergeschlagen. Weil zugleich Internet und Telefonleitungen abgeschaltet sind, gibt es kaum Zugang zu verlässlichen Informationen. Nach […]

Veröffentlicht inKommentar

Das Mindeste

Was ist das Mindeste, was ich als Operngänger und Steuerzahler von einem Theater erwarte, bei dem jede verkaufte Karte mit bis zu 260 Euro subventioniert wird? »Gute Kunst«, klar, Mut zum Risiko, das ernsthafte Bemühen, für unterschiedliche Publikumsgruppen und -geschmäcker unterschiedliche Angebote und Formate anzubieten, programmatisch relevant sein, zeitgemäß, innovativ … Aber was das alles […]

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