Was ist das Mindeste, was ich als Operngänger und Steuerzahler von einem Theater erwarte, bei dem jede verkaufte Karte mit bis zu 260 Euro subventioniert wird? »Gute Kunst«, klar, Mut zum Risiko, das ernsthafte Bemühen, für unterschiedliche Publikumsgruppen und -geschmäcker unterschiedliche Angebote und Formate anzubieten, programmatisch relevant sein, zeitgemäß, innovativ … Aber was das alles konkret bedeutet, darüber gehen die Vorstellungen naturgemäß auseinander.

Die Minimalforderung, auf die sich aber womöglich die meisten einigen könnten: Dass mit den öffentlichen Mitteln effizient umgegangen wird und man sie ganz und gar in den Dienst der Kunst – und nicht etwa des eigenen Egos – stellt. Eine Demut gegenüber der Tatsache, dass man ein Haus von der Gesellschaft ›auf Zeit‹, als Treuhänder, zur Obhut bekommt. Indizien dafür, dass diese Demut fehlt, erkennt man bisweilen schon in der Sprache – etwa dann, wenn mal wieder ein Intendant von »meinem Haus« spricht. (In der Klassikwelt kursiert die Anekdote über einen Generalmusikdirektor, der bei der ersten Baustellenbegehung für einen neuen Saal seiner Freundin zugerufen haben soll: »Schatz, das gehört bald alles mir.«)


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist Gründer und Herausgeber von VAN. ✉️ hartmut@van-verlag.com