Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen klassischer Musik und Leistungssport. Vielleicht sind Profisportler sogar die Berufsgruppe, die klassischen Musikern in Ausbildung und Sozialisierung am nächsten kommt: Man muss sehr jung anfangen, um später sehr gut zu werden. In der Instrumentalausbildung setzt, ähnlich wie im Leistungssport, früh ein Selektionsprozess ein. Schon als Kind wird man mit Wettbewerb und Konkurrenz sozialisiert; später gibt es entsprechende Leistungszentren, in denen man unter sich ist. Man muss für die Karriere als Jugendlicher auf einiges verzichten, das unbeschwerte Ausleben der Pubertät, zum Beispiel. Viele setzen für den Erfolg ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. (Trotzdem wurde etwa das Thema mentale Gesundheit in beiden Bereichen lange tabuisiert.) Es geht um Perfektion, um eine geistig-physische Höchstleistung. Man muss auf den Punkt fit sein und seine Leistung abrufen können. Weit verbreitet ist in beiden Berufsgruppen ein ausgeprägter Tunnelblick, was auch daran liegt, dass neben dem Training beziehungsweise dem Üben oft wenig Zeit bleibt, sich anderen Dingen zu widmen. 


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com