Heute geht es wieder um einen Klassiker im dreifachen Sinn: Die Musik selbst wurde schon zu Lebzeiten des Komponisten für unsterblich erklärt, die Einspielung durch Sigiswald Kuijken Anfang der 80er Jahre trug wesentlich zur Wiederentdeckung dieses Repertoires bei und setzte schließlich durch ihren einzigartigen Stil Maßstäbe für die Interpretation barocker Geigenliteratur.
Autoren-Archive: Folkert Uhde
… arbeitet nach Stationen als Techniker, Musiker und Kulturmanager heute als Festivalleiter, Kurator, Hochschullehrer, Konzertdesigner und Videokünstler.
Konzerte mit Videoinstallationen waren zuletzt im Kölner Kolumba-Museum von Peter Zumthor und beim Schleswig-Holstein Musikfestival zu sehen.
Seit der Mitgründung des Berliner Radialsystems 2006 setzt sich Folkert Uhde für das Nachdenken über zeitgemäße Konzertformate ein und engagiert sich in der öffentlichen Diskussion über Kultur und Kulturpolitik. Außerdem prägte er den Begriff Konzertdesign als Beschreibung für den komplexen Prozess der Konzertgestaltung. Er ist Mitbegründer des Kulturfestivals Montforter Zwischentöne in Feldkirch/Vorarlberg und leitet die Köthener Bachfesttage.
FAT CREAM: Luz y Norte
Der von der Kanalinsel Guernsey stammende Harfenist Andrew Lawrence-King hat Anfang der 1990er Jahre aus dem dürren Quellenmaterial von Akkordfolgen und Tabulaturen ohne Rhythmus ein mitreißendes Album konzipiert, das in seinem Einfluss auf Interpretation und Rezeption von Alter Musik kaum zu überschätzen ist.
FAT CREAM: Bach: The Violin Sonatas
Nachdem ich in den ersten vier Folgen ziemlich alte »Klassiker« empfohlen habe, geht es heute um eine CD, die frisch aus dem Presswerk kommt – und das Zeug zum Klassiker hat.
FAT CREAM: La Lira d’Espéria
Diese CD enthält Musik aus einer fernen Zeit. Eine Zeit, deren Bauwerke wie die berückend schöne Alhambra in Granada oder die Kathedrale von Córdoba heute staunend bewundert werden. Aber nicht nur die Wiege unserer Architektur, sondern auch die Wiege unserer gern als ‘abendländisch’ bezeichneten Musik stand im Spanien des Mittelalters.
FAT CREAM: Georg Philipp Telemann, Bläserkonzerte
Zugegeben, mit dieser Folge habe ich mich etwas gequält. Es sollte eine wirkliche Lieblings-CD sein , die zum Jahreswechsel passt. Eine Aufnahme, die einen Meilenstein darstellt und gleichzeitig immer noch ein bisschen in die Zukunft weist. Mit Musik, die beschwingt und das Potential zum Glücklich machen hat. Wahrscheinlich zu viel verlangt für einen im Aussterben begriffenen Silberling, auf dem 70 Minuten Musik für die Ewigkeit eingeschlossen sind. Noch dazu mit Alter Musik.
FAT CREAM: Verleih Uns Frieden Gnädiglich
Es ist so weit. Alle Jahre wieder. Wer dem »Jingle-Bells-Terrorismus der Einkaufsstraßen« (Hille Perl) entfliehen möchte, dem sei diese innige und berührende Weihnachts-CD der anderen Art empfohlen. Statt auf Hochglanz glatt (und platt) polierte Trompetenvirtuosität und Jauchzet-Frohlocket-Chören hört man uralte Melodien, die uns an den Kern des Festes erinnern: Das Licht am Ende der dunkelsten Zeit des Jahres, die Geburt des (eines) Kindes als ewiges Symbol für Neubeginn und Hoffnung.
FAT CREAM: Heinrich Schütz, Il Primo Libro de Madrigali
In der ersten Folge gleich ein vor 30 Jahren aufgenommener Klassiker: Diese CD gehört meiner Meinung nach zu den schönsten Madrigalaufnahmen ever. Ende der 1980er Jahre war das legendäre Consort of Musicke auf seinem künstlerisch-stimmlichen Höhepunkt: Emma Kirkby, die erste Sopranistin des Ensembles, prägte mit ihrer glasklaren Stimme die vokale Idealvorstellung einer ganzen Interpreten-Generation.
