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Was kommt, was bleibt, was fehlt?

Eine Kritikersternfahrt zu Mittwoch aus Licht von Karlheinz Stockhausen und ein Opernskandal mit Ansage, wenn Milo Rau den Fliegenden Holländer von Richard Wagner als Drama des deutschen Volks deuten wird, das nach dem Holocaust Erlösung ausgerechnet bei den Opfern sucht, diese beiden ganz offensichtlich auf Öffentlichkeitswirkung kalkulierten Premieren ragen heraus aus der ersten Spielzeit von […]

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Verismo trifft Film noir

Das ist mal goldener November an der Deutschen Oper Berlin: Er begann mit einem neuen Tristan, den Michael Thalheimer in ungeheurer Konzentration inszeniert und der musikalisch bis ins Detail vorzüglich gelang, und mündet nun in eine packende, rundum befriedigende Premiere von Umberto Giordanos selten gespielter Fedora. 1898 zu hoher Verismo-Zeit in Mailand uraufgeführt, war diese […]

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Grausames Leben, knallbuntes Leben

»Das Leben ist so grausam wie das Sterben« ist ein eher ungewöhnlicher Vers in einem Musikstück für Kinder ab neun Jahren. Aber Detlev Glanerts Die drei Rätsel sind eben bezeichnungsgenau genommen »Oper für Kinder und Erwachsene«. Und man könnte erstens ergänzen: auch eine Oper für den Erwachsenen im Kind und für das Kind im Erwachsenen, […]

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Aus eins mach drei

Schon bei der Einladung zur Pressekonferenz wurde man stutzig: »Aviel Cahn, designierter Intendant der Deutschen Oper Berlin, möchte Ihnen die Pläne für die musikalische Leitung des Hauses ab der Spielzeit 2026/27 vorstellen. »Pläne für die musikalische Leitung« statt »den neuen Generalmusikdirektor« oder »die neue Generalmusikdirektorin« – was soll das bedeuten? Am Montag folgte dann die […]

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Mit Strauss zurück in die Zukunft

Unter allen großen Opernkomponisten ist Richard Strauss derjenige, der in der Spätblüte seines Schaffens doch die erstaunlichsten Ladenhüter fabriziert hat – über sage und schreibe zwei Jahrzehnte. Uns alle schaudert es bei Turandot, aber wen gänsehäutet es wohl bei Daphne? Falstaff beseligt uns, aber wen entzückt Capriccio? Parsifal fordert uns heraus, aber wen macht Die […]

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Stofftier, aus dem die Träume sind

Reiche haben besseren Sex als Arme, das ist eine der immerhin diskutierbaren Ideen, die man Strauss’/Hofmannsthals unmöglichem Giga-Werk Die Frau ohne Schatten entnehmen kann. Sorgenfrei besseres Vögeln bei denen da oben, zumindest bevor die fundamentale Sex-, Ehe- und Sinnkrise einsetzt. Anfangs singt die gespenstische Amme noch übers rege Kopulationsleben bei Kaisers: Die Nacht war nicht […]

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Die Leuchte ist schon auf dem Recyclinghof

Ist es nicht eine generelle Schieflage, dass in der Welt der Oper andauernd über Premieren gesprochen und geschrieben wird und fast nie über Dernièren? Fließen denn nicht bei den Letztaufführungen langjähriger Inszenierungen viel mehr Tränen? Vor dankbarer Trauer bei denjenigen, denen die Arbeit etwas bedeutete. Und vor Freude bei denen, die sich darüber ärgerten. Und […]

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Kinder am Rande des Nervenzusammenbruchs

Kinderoper ist eine schöne Herausforderung. Einerseits kann man diesem jungen Publikum, das bei Misslingen stets zur Ablenkung bereit ist, kein X für ein U vormachen; und man darf auch nicht auf überzüchtetes geduldiges Sitzfleisch spekulieren, wie es bei gelangweilten Erwachsenen oft möglich ist, zumal bei leidgeprüften Operngängern. Andererseits ist die Verlockung zur anbiedernden Seichtigkeit groß, […]

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Kein »und«, nirgends

No sleep till Bayreuth, last Tristan before Festspiele (alles Wichtige von dort dann in der VAN-Ausgabe am 7. August). Die Deutsche Oper Berlin zeigt zum Saisonschluss nochmal ihren Tristan in der Graham-Vick-Inszenierung von 2011, die mittlerweile ein Lieblingsgrollobjekt der »Das steht aber nicht im Libretto!«-Wagnerianer ist; für mich gehört sie zum Sinnigsten und Berührendsten, was […]

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Stream of Gerümpelness

Ob es irgendwann eine große Oper über handelnde Gestalten unserer Zeitgeschichte geben wird? Donald Trump und Wladimir Putin vielleicht? Aufhänger gäbe es. In musikalischer Hinsicht spezifische Sprachmuster. In dramatischer Hinsicht beim einen die skurrile Medienfixierung, beim anderen die wahnhafte Geschichtsphilosophie. Beides erinnert durchaus an zwei der sechs Hauptprotagonisten von John Adams’ Oper Nixon in China […]

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