Kinderoper ist eine schöne Herausforderung. Einerseits kann man diesem jungen Publikum, das bei Misslingen stets zur Ablenkung bereit ist, kein X für ein U vormachen; und man darf auch nicht auf überzüchtetes geduldiges Sitzfleisch spekulieren, wie es bei gelangweilten Erwachsenen oft möglich ist, zumal bei leidgeprüften Operngängern. Andererseits ist die Verlockung zur anbiedernden Seichtigkeit groß, um nur ja zu gefallen. Musicalgefahr dräut! (Nichts gegen Musicals, aber Oper ist Oper.)

Insofern ist es eine prima Sache, dass der Komponist Gordon Kampe gern Kinderoper macht. Auf Neue-Musik-Festivals, wo oft der professionelle Betrieb unter sich bleibt, sind Kampes Sachen immer eine Freude unter mannigfaltigem Exposé-Tralala, ewigen »Materialerkundungen«, anödender Selbstreferenzialität. Natürlich gibt es ebenso etliche andere lebendige Komponistinnen und Komponisten, über die man Erfreuliches sagen kann; aber beim unverquasselten Kampe gilt eigentlich immer: Geht klanglich direkt rein, ohne doof zu sein oder zu machen.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com