Musik ist die Sprache der Gefühle. Vielfach benutzt, manchmal verhunzt, geht dieser Merksatz zurück auf Immanuel Kant. Auch die Parnassus Arts Productions haben sich den Slogan auf die Fahnen geschrieben. Gegründet 1999 von Manager Georg Lang und Countertenor Max Emanuel Cencic, kümmert sich diese Wiener Agentur um rundum alles, was im florierenden Zwischenreich der Barockoper dringend gebraucht wird: koloraturfähige Sänger, bevorzugt Nachwuchs im jungen Stimmfach der Countertenöre, außerdem die Wiederausgrabung verschollener Meisterwerke sowie deren mediale Verbreitung. 

Spätestens im zweiten Akt der jüngsten von Cencic und Lang betreuten Opernpremiere – als Mitridate endlich doch im Schutze der Nacht seine Gattin Issicratea küsst, allerdings inkognito, weil sie sowieso ohnmächtig ist, woraufhin die individuelle Gemengelage aus Liebe, Angst, Verzweiflung, Todesahnung, Eifersucht und Sehnsucht, Betrug und Selbstbetrug, Edel- oder Wankelmut zu einem allgemeinen Chaos kulminiert – da fragt man sich doch kurz, ob der große Spätaufklärer am Ende nicht Recht gehabt haben könnte mit seiner Geringschätzung einer Kunstform, die, wie er in einer »Fußnote zur Kritik der Urteilskraft« schreibt, uns »nötigt, das Gedankengeschäft niederzulegen«.  


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.