Wagners Ring kann man wie Mozart spielen – und das sollte man vielleicht auch. Das ist die Lektion dieses Rheingold mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko, inszeniert von Kirill Serebrennikov, das gestern bei den Salzburger Osterfestspielen Premiere hatte. 

Es war eine höchst kammermusikalische Aufführung. Die Ouvertüre wird oft als Ursuppe serviert, was inhaltlich legitim ist; aber sie klingt unglaublich, wenn man jede Linie hört. In Salzburg sitzt das letzte Achtel im Takt endlich an seiner richtigen Stelle, sodass die Musik die Hörenden wirklich schaukeln lässt. Es fühlt sich zunächst ungewöhnlich an, dass Petrenko die Ouvertüre nicht im Forte gestaltet – in vielen Aufnahmen steht vor dem Einsatz der Rheintöchter eine große Klangwelle. Später habe ich nochmal in die Partitur geschaut: Wagner schreibt durchgehend Piano.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.