Veröffentlicht inThe Society of Music

Gottesnarrentum

Die russische Kultur und Literatur kennt die Figur des Yurodivy, des Gottesnarren. Ob er wirklich verrückt ist oder nur so tut, weiß man nicht, jedenfalls gilt er als »göttlich inspiriert«, lese ich bei Wikipedia. Der Yurodivy hat im Prinzip gute Chancen auf Heiligsprechung, dafür gibt es Beispiele, und er hat das Privileg, dass er unangenehme […]

Veröffentlicht inHundert 11

Seelenartikulation, die Seelen zerreißt

Es gibt solche Pianisten, die man immer wieder hören will, und solche, die man immer öfter hören sollte. Für die erste Kategorie hat man in der Hauptstadt vor allem die Klavierabende der Stiftung Berliner Philharmoniker oder auch der alteingesessenen Konzertdirektion Adler. Für die zweite Kategorie existiert seit 2012 das privat organisierte Berliner Klavierfestival, ein zuverlässiges […]

Veröffentlicht inKritik

Auferstehn, mein Herz, im Nu!

Das Motto der diesjährigen Osterfestspiele in Salzburg lautet »Wunden und Wunder«. Man könnte das, was dieser Tage dargeboten wird, ebenso gut zusammenfassen unter dem Slogan »Gott und die Welt«. Oder, falls es unbedingt ein marketingtauglicher Stabreim sein muss: »Hölle und Himmel« oder »Chor und Chaos«. Allein drei Chöre stauen sich bei der Eröffnungspremiere auf der […]

Veröffentlicht inKritik

»Wer rettet dich, trauriges Land?«

Frühmorgens, wenn es hell wird, keimt Hoffnung. Die Lerche steigt auf. Es ist Zeit zum Angriff. Von all dem kündet die »Aubade«, wie eine spezielle Tonmalerei in der Fachsprache genannt wird, vulgo: die Sonnenaufgangsmusik. Eine der feinsten, ergreifendsten Aubaden stammt von Modest Mussorgsky. Das Stück heißt Morgendämmerung an der Moskwa und ist so populär geworden, […]

Veröffentlicht inHundert 11

Zerschmetterer und Schmetterling

Das privat initiierte Klavierfestival Berlin, das derzeit stattfindet, hat seine Daseinsberechtigung im Mangel: Hier ist pianistisch zu erleben, was anderswo fehlt. Das gilt auch für das zweite und dritte von fünf Konzerten in diesem Jahr. Die Französin Lise de la Salle ist eigentlich weithin bekannt, aber in Berlin solistisch doch eine erstaunliche Seltenheit, wie viele […]

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