Frühmorgens, wenn es hell wird, keimt Hoffnung. Die Lerche steigt auf. Es ist Zeit zum Angriff. Von all dem kündet die »Aubade«, wie eine spezielle Tonmalerei in der Fachsprache genannt wird, vulgo: die Sonnenaufgangsmusik. Eine der feinsten, ergreifendsten Aubaden stammt von Modest Mussorgsky. Das Stück heißt Morgendämmerung an der Moskwa und ist so populär geworden, dass es auch Nichtklassikhörern aus Werbung oder Wunschkonzert geläufig sein mag. Tatsächlich aber gehört dieser Sonnenaufgang zu Mussorgskys zweiter und letzter großer Politoper. Es ist die Ouvertüre zu diesem heiklen, selten gespielten Werk. Er konnte es nicht mehr selbst fertigstellen, weil er 1881, mit nur 42 Jahren, der Alkoholkrankheit zum Opfer fiel.
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