Frühmorgens, wenn es hell wird, keimt Hoffnung. Die Lerche steigt auf. Es ist Zeit zum Angriff. Von all dem kündet die »Aubade«, wie eine spezielle Tonmalerei in der Fachsprache genannt wird, vulgo: die Sonnenaufgangsmusik. Eine der feinsten, ergreifendsten Aubaden stammt von Modest Mussorgsky. Das Stück heißt Morgendämmerung an der Moskwa und ist so populär geworden, dass es auch Nichtklassikhörern aus Werbung oder Wunschkonzert geläufig sein mag. Tatsächlich aber gehört dieser Sonnenaufgang zu Mussorgskys zweiter und letzter großer Politoper. Es ist die Ouvertüre zu diesem heiklen, selten gespielten Werk. Er konnte es nicht mehr selbst fertigstellen, weil er 1881, mit nur 42 Jahren, der Alkoholkrankheit zum Opfer fiel.


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.