Als sich am 1. Juni 1912 Igor Strawinsky und Claude Debussy an den Pleyel setzten und in privater Runde die vorläufige vierhändige Fassung des Sacre du printemps spielten, waren ihre Zuhörer anschließend »niedergestreckt wie von einem Orkan, der vom Beginn der Zeiten gekommen war, um unser Leben an den Wurzeln zu ergreifen«. Man soll nicht zu leichtfertig sein mit den Vergleichen, aber mit 11.000 Saiten, dem mit 66 Minuten knapp doppelt so langen Werk von Georg Friedrich Haas, kann es es einem ähnlich gehen. Es wurde zuerst 2023 in Bozen gespielt und unter anderem voriges Jahr im Gashouder in Amsterdam. Jeffrey Arlo Brown war da und schrieb einen wunderbaren Text, der mich jetzt in eine Hockeyhalle im Westen von Hannover trieb.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.