»Manchmal habe ich zuerst einen geheimnisvollen Klang im Kopf, der ist ganz undefinierbar, aber es ist, als ob das ganze Werk gleichzeitig erscheint. Das ist wie ein Geschenk vom Himmel, und ich muss antworten.« So erzählte es Sofia Gubaidulina im April 1990 in Hannover, auf ihrer ersten Reise in den »Westen«, da war sie 58 Jahre alt und noch ein halber Geheimtipp. Komposition, sagte sie, sei »die Verwandlung dieser Vertikale in die Horizontale«, manchmal schreibe sie den Anfang erst am Schluss. Eigentlich war es ihr mit der Musik schon immer so gegangen. »Meine Kindheit und Jugend waren völlig uninteressant und grau, Musik war für mich etwas Helles und Himmlisches.«
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