Fellini hatte es herausgefunden: Opernhäuser sind, wie große Schiffe, eine Blaupause für die gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Bei Dekadenz gehen sie unweigerlich unter. Andererseits können sich Insassen von Opernhäusern durchaus ungestraft einer ganzen Reihe von Todsünden hingeben, als da sind Hochmut, Trägheit, Neid oder Völlerei. Man sieht es gerade den etablierten Häusern nicht mal von außen an, […]
Schlagwort: Bo Skovhus
Entspielend
Einer der zu wenig beachteten Gründe, warum Gegenwartsoper kaum je so reinknallt wie die Ewigen Repertoire-Rosse (oder heißt es Rösser?), ist das Fehlen von Pausen. Die meisten Gegenwartskomponierenden spulen stringentes äußeres oder inneres Drama, straffe 100 Minuten am Stück, wie ein konziser Kinofilm. Künstlerisch oft verständlich, aber das Opernerlebnis nimmt sich damit auch aus der […]
Einer für die Zerrissenen
Bo Skovhus ist kein Typ, der zuerst nach Wohlklang sucht. 1962 in Dänemark geboren, Wahlwiener seit Jahrzehnten, hat der Bariton besonders die großen Zerrissenen mit existentieller Präsenz konturscharf gemacht, von Wozzeck bis Lear – und viele neue Opern mit auf den Weg gebracht. Jetzt ist er »Ich« in der Zürcher Schnittke-Produktion Leben mit einem Idioten […]
