Veröffentlicht inPorträt

Richtig abgebogen

Mitten in dem immer wieder unterbrochenen und neu begonnenen Herumkramen in der Vergangenheit, diesmal beim Lunch in der Rüttenscheider Straße 2, einer Oase der Gastlichkeit mitten im schäbigen Herzen der Stadt Essen, kommt Franz Xaver Ohnesorg auf etwas Aktuelles zu sprechen. Er beschwert sich über die magere Resonanz des Konzert- und Festivalbetriebs, das Jubiläum des […]

Veröffentlicht inInterview

»Ich liebe Musik, aber meine Liebe zur Musik hat nicht unbedingt viel mit dem Konzerte-Spielen zu tun.«

Auf Alexander Melnikovs neuestem Album, Fantasie, spielt der russische Pianist Musik von sieben Komponisten: Carl Philipp und Johann Sebastian Bach, Mendelssohn, Mozart, Chopin, Busoni und Schnittke. Der Titel klingt nach romantischen Träumereien, doch Melnikov geht dieses Repertoire präzise artikuliert, mit Biss an. Bei jedem Stück setzt er sich an ein anderes Tasteninstrument, aber das vergisst […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

»Ist das damals im August wirklich passiert?«

Überlegt man sich mal, welche berühmten Zitate im Zusammenhang mit Komponistinnen und Komponisten wohl auf ewig mit der jeweiligen Künstlerin, dem jeweiligen Künstler untrennbar verbunden sein werden, fällt einem nach einer Minute doch recht viel ein. Arnold Schönbergs »Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen«, oder dem Franz Schubert zugeschriebenen »Kennen Sie eine fröhliche […]

Veröffentlicht inNachricht der Woche

»So eine Professur zu haben, ist eine Ehre!«

Claire Huangci ist als Klaviersolistin gefragt, sie tritt mit Klangkörpern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden, den Stuttgarter Philharmonikern, dem Nordic Chamber Orchestra oder dem Vancouver Symphony Orchestra auf. Ihre technischen und künstlerischen Fertigkeiten und ihre Erfahrungen auf und hinter der Bühne will sie auch an nachfolgende Generationen weitergeben. Deswegen bewarb sie sich […]

Veröffentlicht inPorträt

Grenzenlose Neugierde

Eines Tages stellte ich Ligeti eine Frage, die mich schon lange beschäftigte: Ob sein Bedürfnis, ständig künstlerisch Grenzen niederzureißen – auf instrumentaler wie auf musikalisch-sprachlicher Ebene –, von den Traumata aus seiner Jugendzeit herrührte. Seine Antwort war ein klares »Ja«. Die unerträglichen Qualen, die er während des Zweiten Weltkriegs erlebt hatte – das Verschwinden seines […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

245/250: Kate Loder

Am 21. August 1825 oder 1826 kam Kate Loder im südenglischen Bath zur Welt. Hanna Bergmann zitiert mehrere höchst lobende Einschätzungen des künstlerischen Talents von Loder, die bereits als kleines Kind ein fantastisches musikalisches Gehör aufwies. Aufgrund eines Augenleidens und einer leider allgemein schlechten Gesundheit unterrichtete man das Kind aber bis zum Alter von sechs […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

242/250: Mary Carr Moore

Am 6. August 1873 wurde in Memphis, Tennessee Mary Louise Carr geboren. Mutter Sarah Pratt Carr arbeitete als Pfarrerin und hatte in den 1890er Jahren eine Unitariergemeinde in der Gegend von Fresno – im kalifornischen Central Valley – gegründet. Die Kindheit von Tochter Mary stand von Anfang an im Zeichen der Musik. Ihre ersten Lebensjahre […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

241/250: Sofia Gubaidulina

Sofia Gubaidulina, geboren am 24. Oktober 1931 in Tschistopol (Tatarische Autonome Sowjetrepublik), gehört sicher zu den bekanntesten lebenden Komponistinnen unserer Zeit. Prominenteste Musikerinnen und Musiker bestellten bei Gubaidulina neue Werke, darunter Gidon Kremer, der Gubaidulinas Violinkonzert Offertorium 1981 aus der Taufe hob. Schon mit acht Jahren hatte Gubaidulina begonnen, eigene Stücke aufzuschreiben. Seit 1963 ist […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

239/250: Fanny Arthur Robinson

Der Komponist Johannes Kreidler behauptete in einem 2020 veröffentlichten Aufsatz nicht ganz zu Unrecht, »dass die ungleich höhere Rationalität des Kompositionsmetiers einen exzessiven Lebenswandel bis hin zum Selbstmord nachgerade verunmöglicht«. Will heißen: Die »ordnende«, Partituren verfertigende Tätigkeit des Komponierens, die Strukturieren, Planen, Zusammensetzen mit sich bringt, führe auch dazu, dass innerhalb der Künste die Zahl […]

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