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Bambule

Louis Moreau Gottschalk (1829–1869) war so etwas wie der Frank Elstner des Komponierens für Klavier: erfolgreich, innovativ, ein Pionier. Nur starb Gottschalk viel zu früh. Geboren am 8. Mai 1829 in der späteren Jazz-Stadt New Orleans als Sohn eines sephardischen Juden, interessierte er sich früh für kreolische und afroamerikanische Musik. Mit Georges »Carmen« Bizet und […]

Posted inInterview

»Alles, was Pasha gemacht hat, war außergewöhnlich.«

Am 27. Juli starb der Pianist Pawel Kuschnir im Alter von 39 Jahren in einem Gefängnis im russischen Birobidschan, wohl an den Folgen eines mehrtägigen trockenen Hungerstreiks. Ende Mai 2024 war er von FSB-Offizieren wegen »Aufrufs zum Terrorismus« festgenommen worden. Kuschnir hatte auf seinem Youtube-Kanal mit dem Namen »Inoagent Mulder« (verkürzt für »ausländischer Agent« – […]

Posted inInterpretationsvergleich

Wie auf Schienen, ohne Zwang

Sofia Gubaidulinas Chaconne für Klavier (1962) ist schon fast so etwas wie ein Klavier-Solo-Klassiker des 20. Jahrhunderts – beziehungsweise: des 21. Jahrhunderts. Ich sehe das Werk immer häufiger auf Recital-Programmen von Pianistinnen und Pianisten, auch auf denen von bekannteren Kolleg:innen. So spielt Martin Helmchen das Stück am 22. September 2024 beim Beethovenfest Bonn  – und […]

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Stille. Eine Playlist

Zugegeben, strikt physikalisch hat die Enzyklopädie Musik in Geschichte und Gegenwart recht: »Wo Musik anhebt, ist es mit der Stille vorbei.« Aber es ist eben auch keine Musik ohne den Hintergrund der Stille denkbar. Und »selbst die Stille bezeichnet sich durch Töne«, wie schon die Hauptfigur von Diderots großartigem Dialogroman Rameaus Neffe wusste: Musik kann […]

Posted inHundert 11

Kammerfunkig

In Berlin kann der emsige Konzertgänger jede Woche sein eigenes Kammermusikfestival kuratieren. Er kann da zum Beispiel am Montag exquisites Trio hören, am Dienstag spannungsreiches Quartett, am Mittwoch fein nachdenkliches Duo. Dazu muss er nicht mal in den Kammermusiksaal der Philharmonie pilgern, der mit seinen 1.200 Plätzen so groß ist wie andernorts »Große Säle« und […]

Posted inInterpretationsvergleich

Das Umami der Sequenzen

Haydn, Mozart und Salieri waren Fans der blinden Pianistin, Lehrerin, Komponistin, Sängerin und Organistin Maria Theresia von Paradis (1759–1824). Die gebürtige Wienerin komponierte Lieder, Kantaten, Solo-Konzerte, Kammermusik und Opern. Berühmt ist sie bis heute – leider muss man sagen – »nur« für ein einziges Stück. Und das ist angeblich noch nicht einmal von ihr. Na […]

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Hybride Gestalten, zeitlose Erzählungen

Das Schaffen von Nikolaj Karlowitsch Medtner (1880–1951), einem russischen Komponisten und Pianisten mit deutschen Wurzeln, vereint mehrere außergewöhnliche Elemente. Seine Werke sind stets tonal gefestigt, dabei aber von großer rhythmischer und kontrapunktischer Dichte und zeigen sich formal höchst variabel und experimentierfreudig. In ihrer ästhetischen Anlage repräsentiert Medtners Musik einerseits eine Orientierung an deutschsprachiger Kunst und […]

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Weihnachtsopern und Wiegenlieder

Wenn die Tage kürzer werden, hört man aus allen Kirchen und Konzertsälen das ›Jauchzet frohlocket‹ aus Bachs Weihnachtsoratorium – bestenfalls variiert mit dem Oratorio de Noël von Saint-Saëns oder der Weihnachtshistorie von Schütz. Im besten Fall sorgen die ewig gleichen Gassenhauer für wiederkehrend festliche Stimmung, im schlechteren schlicht für Langeweile. Zum Glück haben sich auch […]

Posted inHundert 11

Schätzefindend

Was es mit dem ominös-antiken Begriff »Rundfunk« anno 2023 noch auf sich haben kann und soll, bleibt eine heikle Frage. Aber dass unsere vertraut-gegenwärtigen Rundfunkorchester eine zentrale Rolle in unserem Musikleben spielen, zeigten dieser Tage wieder mal zwei außerordentliche Konzerte des Deutschen Symphonie-Orchesters und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin: hier dreifaches Debüt auf hohem Niveau, dort transkanalige […]

Posted inRankings

Zehn Stellen in klassischen Werken, die (fast) immer falsch gespielt werden

In dieser Playlist geht es um Stellen, nicht um ganze Werke! Darum hier nicht gesondert aufgeführt: Die 1824 zu Papier gebrachte Sonate in a für Arpeggione und Klavier von Franz Schubert. Der Arpeggione – diese sechsseitige Mischung von Violoncello und Gitarre – konnte sich nicht so richtig durchsetzen, weswegen die Schubert-Sonate fast nie auf einem […]

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