Überlegt man sich mal, welche berühmten Zitate im Zusammenhang mit Komponistinnen und Komponisten wohl auf ewig mit der jeweiligen Künstlerin, dem jeweiligen Künstler untrennbar verbunden sein werden, fällt einem nach einer Minute doch recht viel ein. Arnold Schönbergs »Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen«, oder dem Franz Schubert zugeschriebenen »Kennen Sie eine fröhliche Musik?«.
Mit der Komponistin und Pianistin Fanny Hensel (1805–1847) wird auch so ein Zitat eng assoziiert – allerdings keine Aussage der Komponistin selbst, sondern eine Stelle aus einem Brief des Vaters an die 15-jährige: »Was Du mir über Dein musikalisches Treiben im Verhältnis zu Felix in einem Deiner früheren Briefe geschrieben, war ebenso wohl gedacht als ausgedrückt. Die Musik wird für ihn vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbass Deines Seines und Tuns werden kann und soll.« Ein Zitat, das in die Musikgeschichte einging. So gediegen in der Schriftsprache des 19. Jahrhunderts ausgedrückt – und doch so niederschmetternd in der Grundaussage.

