Auf Alexander Melnikovs neuestem Album, Fantasie, spielt der russische Pianist Musik von sieben Komponisten: Carl Philipp und Johann Sebastian Bach, Mendelssohn, Mozart, Chopin, Busoni und Schnittke. Der Titel klingt nach romantischen Träumereien, doch Melnikov geht dieses Repertoire präzise artikuliert, mit Biss an. Bei jedem Stück setzt er sich an ein anderes Tasteninstrument, aber das vergisst man leicht ob seiner klaren Linien, die bei all seinen Interpretationen deutlich im Vordergrund stehen. 

Ein kleiner Transparenzhinweis: Ich habe Melnikov 2013 kennengelernt, als ich ein Jahr lang bei einer Künstleragentur gearbeitet und die Reisen für ihn und andere Künstler gebucht habe. So ist es naheliegend, dass unser Gespräch mit Melnikovs Faszination fürs Fliegen beginnt. In seinem Wohnzimmer steht, neben einer Kuh auf einem Schachbrett und einer Mini-Beethoven-Büste, ein maßstabsgetreues Modell der Concorde, in seinem Arbeitszimmer sogar ein kompletter Flugsimulator. Wir sprechen über die entspannende Wirkung des Fliegens (»besser als Wodka«), über das Hochstaplersyndrom und über Momente, in denen es sich lohnt, auf der Bühne zu sitzen.


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.