Posted inThe Society of Music

Weimarer Klassik

Es sei ihm, hat er einmal gesagt, nie gelungen, sich prominent zu finden. Er war es aber doch, seine Prominenz war eine eigener Art; Peter Gülke war kein Pultstar, alles Pfauenhafte, eine Jet-Set-Existenz musikalischer All-Präsenz lag ihm fern. Wenn, im Deutschen jedenfalls, ein Dirigent als guter »Kapellmeister« gelobt wird, dann schwingt dabei immer auch der […]

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Was kommt, was bleibt, was fehlt?

Eine Kritikersternfahrt zu Mittwoch aus Licht von Karlheinz Stockhausen und ein Opernskandal mit Ansage, wenn Milo Rau den Fliegenden Holländer von Richard Wagner als Drama des deutschen Volks deuten wird, das nach dem Holocaust Erlösung ausgerechnet bei den Opfern sucht, diese beiden ganz offensichtlich auf Öffentlichkeitswirkung kalkulierten Premieren ragen heraus aus der ersten Spielzeit von […]

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»Warum hören die Leute uns nicht reden, wenn wir Lieder singen? Warum gibt es da immer noch diese Barriere?«

Das Kunstlied spielte von Anfang an eine Schlüsselrolle in der Karriere der Sopranistin Annette Dasch: »Der erste Wettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, war der Robert-Schumann-Wettbewerb«, erzählt sie im Zoomcall. »Zusammen mit meiner Schwester habe ich zur Vorbereitung anderthalb Jahre lang alle Schumannlieder intensiv durchgeknetet.« Seitdem ist Dasch auf internationalen Opernbühnen und im Konzertwesen unterwegs, […]

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Teuflischer Tritonus, engelsgleiche Gebärde

»Als wären aus den Spitälern (…) alle Kranken in einem Graben beisammen, ein solcher Jammer war da, und ein solcher Gestank war da wie von verfaulenden Gliedern«, heißt es (übersetzt von Kurt Flasch) im 29. Gesang des Inferno, wo Dante im zehnten Höllenkreis die Geister von Fälschern »in seltsamen Bündeln dahinsiechen« lässt. Unbehagliches Terrain, allerdings […]

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Zertrümmert liegt, was je sie getrennt

Zwei Monate vor der Premiere einer neuen Walküre an der Bayerischen Staatsoper läuft in Berlin ein erster Aufzug mit teilweise gleicher Besetzung. Trotz der Schnittmenge ist das mehr als ein partieller Testdurchgang: erstens, weil musikalisch lohnend konzertant, zweitens, weil dramaturgisch lohnend kombiniert mit – na hoppla – Brahms. Das ist verblüffend, ja irritierend, in seinem […]

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»Ich kann nicht sagen: ›Ja, das Stück hat schon mein Opa im Radio gehört.‹« 

In einer Airbnb-Wohnung irgendwo in Zürich hat ein gutgelaunter 38-jähriger sein Smartphone fürs Zoomtreffen auf den Tisch gestellt, ein breitschultriger, bärtiger Typ im weißen T-Shirt, mit kurzen schwarzen Haaren und großem Lächeln. Es ist Pene Pati, Titelheld in der neuen Zürcher Produktion von Mozarts später Oper ›La clemenza di Tito‹. Vor einem knappen Jahrzehnt erst […]

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Ein gegenseitiges Umarmen  

Als die Staatskapelle Dresden im Oktober 2000 beim Beethovenfest in Bonn gastiert, zeigt das Akademische Kunstmuseum parallel eine Sonderausstellung ihres Chefdirigenten: ›Meisterwerke griechischer Keramik aus der Sammlung Giuseppe Sinopoli‹. Wer ein Porträt über Giuseppe Sinopoli schreiben möchte, steckt unwillkürlich in der Bredouille: Wie findet man einen Weg durch dessen labyrinthische Interessen und Begabungen? 1946 in Ve­ne­dig […]

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Wie weiter nach 16 Jahren Fidesz?

Fidesz’ Landnahme begann lange vor 2010. Während der ersten Orbán-Regierung wurde neben dem neuen Nationaltheater, dessen Neubau damals heftige Reaktionen auslöste, mit dem Palast der Künste (Müpa) einer der bis heute besten Konzertkomplexe Europas errichtet. Zu dieser Zeit begann auch das großangelegte Sponsoring; gewinnorientierte Organisationen fingen an, Spielstätten, Ensembles und Interpreten zu unterstützen. Eine, wenn […]

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Mittwochabend am Gral

Alles sollte es sein, bloß keine »Oper«. Und so gab Wagner seinem opus ultimum den krudesten aller Genretitel: Bühnen-weih-fest-spiel. Was das nun soll? – ›Das sagt sich nicht‹, ließe sich Ritter Gurnemanz zitieren, als der reine Tor Parsifal, noch nicht durch Mitleid wissend geworden, fragt, worum es sich bei diesem Gral denn wohl handelt. Irgendwie […]

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