Die interessantesten Konzerte sind nicht immer die ausverkauftesten. Während sich bei einem Mahler-Abend die philharmonische Bude quasi von allein füllt, ist ein Konzert mit drei wenig bekannten tschechischen Werken etwas für Neugierige – und für Hörer, die Jakub Hrůša bereits erlebt haben. Denn die kennen die Qualität dieses eitelfrei hochqualifizierten Dirigenten, die man so beschreiben könnte: Während gewisse Pultstars jede Menge Energie in ein Werk hineinpumpen, mitunter ohne Rücksicht auf interpretatorische Verluste, so holt dieser Dirigent alle Energie aus einem Werk heraus. Musikalische Seriosität steht über spektakulärem Charisma; was dabei herausspringt, ist das Gegenteil von Langeweile.
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