Dass Grenzen keine Trennlinien sind, sondern Kontakt- und Austauschzonen – und dass dort, wo verschiedene Systeme aufeinandertreffen, Energie, Reaktion und Komplexität entstehen, ist ein viel beschriebenes Prinzip: Wenn zwei Ökosysteme aufeinandertreffen, entwickelt sich gerade in den Randbereichen oft eine erhöhte Diversität, die Kulturanthropologie kennt Übergangsriten als Momente größter Transformation und in der Neurowissenschaft gilt der synaptische Spalt – die Grenze zwischen zwei Neuronen – als zentraler Ort der Signalübertragung.

»Der Mensch wird am Du zum Ich«, schreibt Martin Buber. Ebenso gilt: Wer seine Grenzen nicht kennt, kann auch nicht in Kontakt treten. Der Mannheimer Sommer greift dieses Prinzip auf und lädt unter dem Motto ›Lasst euch entgrenzen‹ in ein genreübergreifendes, dabei aber immer stilsicheres Programm ein – von Mozart bis Nick Cave, von der Musikmaschine zur großen Oper, vom klassischen Konzert zur inszenierten Party. 

Kurz vor der Eröffnung traf ich die beiden Festivalleiter zum Zoom-Gespräch.


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und London und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com