Veröffentlicht inInterview

»Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es wenig Verständnis für das Leben im Kulturbereich auf der jeweils anderen Seite.«

Anthony Freud ist ein Veteran der Opernindustrie. Lange Jahre führte der gebürtige Brite die Geschäfte der Welsh National Opera, der Houston Grand Opera, und zuletzt der Lyric Opera of Chicago. Doch seine Tage als Direktor des zweitgrößten Opernhauses der USA neigen sich einem Ende zu. Schon im Sommer dieses Jahres geht Freud in den Ruhestand […]

Veröffentlicht inInterview

»Sobald Estland ohne Kultur ist, ist dieses Land Freiwild für russische Propaganda.«

Estland ist mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern ein kleines Land. Die estnische Kultur- und Musikszene ist – besonders mit Blick auf die Größe des Landes – stark ausdifferenziert, wie man im Bereich der Musik sehen kann: Es gibt neben dem namhaften Nationalen Sinfonieorchester Tallinn mehrere Opernensembles, ein reiches Chorleben sowie Spezialensembles für Alte und Neue […]

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»Ich habe an dem Tag beschlossen: Ich gehe jetzt nur noch in Konzerte mit Neuer Musik.«

Ob die Übernahme eines Ministeramts an die Voraussetzung einer entsprechenden Fachexpertise geknüpft sein sollte, wird bei Regierungsbildungen und -umbildungen immer mal wieder öffentlich diskutiert, in Deutschland zuletzt bei der Neubesetzung des Ministerpostens im Verteidigungsministerium (»Hat er oder sie denn wenigstens gedient?«). Die Liste der gescheiterten Quereinsteiger in der Politik ist lang (erinnert sich noch einer […]

Veröffentlicht inHundert 11

Forza immersione

Ok, Teodor Currentzis. Darf man einfach sein Konzert besuchen und darüber schreiben, ohne erst moralisch-politische Stellung zu ihm als Gesamtphänomen zu beziehen? Muss man in sich gehen und bekennen, ob man diesem Mann zugestehen will, möglicherweise zwischen seinen Welten und Verantwortungen verstrickt und zerrissen zu sein? Das tat Hartmut Welscher in einem differenzierten Beitrag in […]

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Kürzen statt gießen?

Wenn es ums Geldausgeben geht, erleben Gärtner-Metaphern turnusmäßig neue Blüte. Die Warnung vor der »Gießkanne« etwa, die unterschiedslos alle besprenkelt, ungeachtet von Dringlichkeit und Bedarf. Im Moment geht es allerdings eher ums Kürzen als ums Gießen. Deshalb warnte SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert letzte Woche davor, ein anderes Gartengerät aus dem Kabuff zu holen. »Einfach 60 Milliarden […]

Veröffentlicht inNachricht der Woche

Pfaueninsel

Kulturschaffende aufgepasst: Nächste Woche ist wieder Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses! Wer seinem Projekt jetzt noch eine Bundesförderung zuteilwerden lassen möchte, sollte mit seinen lokalen Bundestagsabgeordneten in Kontakt treten. Wenn dann in der nächtlichen Marathonsitzung das so genannte »Spielgeld« frei wird, muss er oder sie zugreifen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. So schaffen es zuweilen auch Kulturprojekte […]

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Vorwärts in die Vergangenheit

»Klimakanzler«, »Fortschrittskoalition«, »Deutschland-Tempo«, »Deutschland-Pakt« … Welche PR-Butze hat der Politik eigentlich ins Ohr geflüstert, dass knallige Wortneuschöpfungen eine total gute Idee sind? Dabei führt die Diskrepanz zwischen hemdsärmliger Anpack-Rhetorik und realem Dicke-Bretter-Bohren in der Politik bestenfalls zur Satire und schlimmstenfalls zu einem Gefühl der Verschaukelung. Trotzdem ritt auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das […]

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Aus dem Ruder

Vor zwei Wochen lud das Staatstheater Wiesbaden zum alljährlichen Theaterfest. Bei Workshops, Konzerten, Kostümversteigerungen und Führungen durch die Werkstätten konnten Theaterfans zum Saisonauftakt den beliebten Blick hinter die Kulissen erhaschen. Wer hingegen tief in die zwischenmenschlichen Abgründe beim Staatstheater blicken möchte, der wird in der Zeitung fündig: Dort wird verlässlich die schmutzige Wäsche gewaschen, die […]

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Wahnwärter Thielemann?

Berlin hat ein Faible für tote Pferde. Gerade vollführt der neue CDU-Senat einen verkehrspolitischen Rollback, in dem unter der Chimärenparole des »fairen Miteinanders« die totale Dominanz des privaten Automobils betoniert wird: Weil die Stadt von tapsigen Grünen (Stichwort Friedrichstraße) genervt war, pfeift man auf die Erfahrungen und den Mut von Amsterdam und Kopenhagen, Paris und […]

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