»Klimakanzler«, »Fortschrittskoalition«, »Deutschland-Tempo«, »Deutschland-Pakt« … Welche PR-Butze hat der Politik eigentlich ins Ohr geflüstert, dass knallige Wortneuschöpfungen eine total gute Idee sind? Dabei führt die Diskrepanz zwischen hemdsärmliger Anpack-Rhetorik und realem Dicke-Bretter-Bohren in der Politik bestenfalls zur Satire und schlimmstenfalls zu einem Gefühl der Verschaukelung. Trotzdem ritt auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das neologische Pferd, als er Mitte Juli den Doppelhaushalt, pardon, »Chancenhaushalt und Zukunftshaushalt« 2024/25 vorstellte. Wolfgang Katschner fühlte sich bei dessen Lektüre eher wie im falschen Film. Seit Jahren wirbt der Lautenist und Gründer der Lautten Compagney bei den Abgeordneten und dem Senat um mehr Geld für sein Ensemble. 2020 bekam es erstmals einen Haushaltstitel und eine Basisförderung von 50.000 Euro, 2023 wurde diese auf 100.000 Euro aufgestockt, mit der Perspektive, die Förderung mittelfristig auf die eigentlich notwendigen 250.000 Euro zu erhöhen. Nun das böse Erwachen: Der Senat will die Förderung in den kommenden Jahren jeweils um knapp 50.000 Euro kürzen und damit nahezu halbieren. »Das war ein echter Schock«, erzählt Katschner am Telefon. »Ich bin super frustriert.« 


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com