Veröffentlicht inPorträt

Zu groß für eine Person

Am Dienstag meldeten die ›Badischen Neuesten Nachrichten‹ den Tod von Hans Florian Messner im Alter von 84 Jahren. In Musikkreisen war Messner vor allem durch seine Verbindung zu Pierre Boulez bekannt, dem er mehr als 40 Jahre lang als persönlicher Diener zur Seite stand. Messner stammte aus Südtirol und machte als junger Mann eine Ausbildung […]

Veröffentlicht inHundert 11

Eucharistie auf LSD

Die heißeste finnisch-holländische Verbindung seit Jari Litmanen bei Ajax Amsterdam sind Klaus Mäkelä und das Concertgebouworkest. Wenn der designierte Chefdirigent mit seinem künftigen Orchester auftritt (offizieller Leiter wird er erst 2027), dann wird Energie aus jeder Klangpore spürbar. Schön ist es, wenn Mäkelä jetzt bei seinem Auftritt in der Berliner Philharmonie das Orchester mal nicht […]

Veröffentlicht inNotizen der Woche

Notizen der Woche • KW 13/2025

Neuer Jenny-Fleischer-Alt-Saal an Weimarer Musikhochschule Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar benennt ihre Aula im Beethovenhaus nach Jenny Fleischer-Alt, die 1885 auf Initiative des Liszt-Schülers Bosart von Schellendorf als erste Sopranistin ans Weimarer Hoftheater kam, 1890 zur Herzoglichen Kammersängerin ernannt wurde und ab 1919 an der Hochschule Gesang unterrichtete. Zu ihren Paraderollen zählten unter […]

Veröffentlicht inPorträt

Ein Schutzraum

Als die Deutsche Bundespost noch in eigenen Gebäuden residierte und diese an städtischen Hauptplätzen lagen, sah man gelegentlich einen energischen Herrn im beigen Regenmantel eiligen Schritts auf das Postamt am Leopoldsplatz in Baden-Baden zustreben. Kaum jemand nahm Notiz von ihm. Nur wenige mochten sich umgedreht und gefragt haben: »War das nicht…?« Ja, es war Pierre […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Grabsteine für P.B.

Schön, die Alleskönner und Alleskönnerinnen des WDR Sinfonieorchesters sich einmal nicht unterfordert fühlen zu sehen, wie im philharmonischen business as usual mit Brahms Beethoven Bruckner. Steht Boulez, das big B der Musik des 20. Jahrhunderts auf dem Programm, zumal dessen ebenso komplex riesenhafter wie filigran feiner Mallarmé-Zyklus Pli selon pli, dann macht sich eine erhöhte […]

Veröffentlicht inEssay

Wo einmal das Gemüt war

Der Begriff ›Neue Musik‹, den Paul Bekker vor 1920 einführte, ist hier nonchalant benutzt, ohne Anspruch auf wissenschaftliche oder historische Genauigkeit. Es ist damit jener Musikstil gemeint, der sich in der Nachfolge der spätromantischen Sinfonik etabliert hat, als die immer weiter ausgedehnte Harmonik ihre Fesseln sprengte, als die Metrik sich immer weiter auflöste und Taktstriche […]

Veröffentlicht inEssay

»Ich war so nahe bei Pinchas Zuckerman, dass ich seine Panik spüren konnte.«

Irvine Arditti, Gründer und Primarius des Arditti Quartet, veröffentlichte nach seinem literarischen Erstling Collaborations (2023) vor kurzem 101 Geschichten eines reisenden Musikers. Fünf Erinnerungen hat er mit uns geteilt.  1976 kam Arditti zum London Symphony Orchestra (LSO), als vierte erste Geige. Kurz darauf ging es mit dem Ensemble auf Konzertreise nach Mexiko: Ich erinnere mich […]

Veröffentlicht inPorträt

Der Diener

1956. Auf einer Paris-Reise zusammen mit Igor Strawinsky trifft dessen Assistent Robert Craft Pierre Boulez. Als Teil der musikalischen Avantgarde kennt man sich. In vielem ist man sich ähnlich. Craft und Boulez sind beide knapp 30 Jahre alt. Beide setzen sich unermüdlich für Neue Musik ein. So wie Craft als erster in den USA eine […]

Veröffentlicht inEssay

Lange Schatten

Die Fortschrittsdoktrin der musikalischen Avantgarde ließ in der Nachkriegszeit ein ganzes Repertoire in den Schatten geraten und nötigte jeden Komponisten, sich zu ihr zu verhalten – und zu ihren einflussreichsten Exponenten Adorno, Stockhausen und Boulez. Seit etwa 30 Jahren ist das Geschichte, doch immer noch so nah, dass es am Überblick fehlt. Wie entstanden die […]

Veröffentlicht inPlaylist

So schön seriell

John McWhorter, Linguist der Columbia University und Kolumnist der New York Times, brachte am 26. April die 300-Millionen-Köpfe-Hydra der Hysterie (auch bekannt unter dem Namen Twitter) zum Zischen mit dem Post seines Kommentars Classical Music Doesn’t Have to be Ugly to be Good. McWhorter meinte unter Berufung auf zwei kürzlich erschienene Bücher unter anderem, dass […]

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