Neuer Jenny-Fleischer-Alt-Saal an Weimarer Musikhochschule
Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar benennt ihre Aula im Beethovenhaus nach Jenny Fleischer-Alt, die 1885 auf Initiative des Liszt-Schülers Bosart von Schellendorf als erste Sopranistin ans Weimarer Hoftheater kam, 1890 zur Herzoglichen Kammersängerin ernannt wurde und ab 1919 an der Hochschule Gesang unterrichtete. Zu ihren Paraderollen zählten unter anderem Bizets Carmen, die Susanna aus Le nozze di Figaro und die Gilda aus Verdis Rigoletto. Im Jahr 1927 kündigte Fleischer-Alt ihre Anstellung, nachdem ihre Klasse wohl aus antisemitischen Gründen nicht mehr als Hochschulklasse genehmigt wurde. Das jüdische Ehepaar Fleischer wurde von den Nationalsozialisten entrechtet und seines Vermögens beraubt. Die Villa der Fleischers wurde zur Sammelstelle der jüdischen Bevölkerung Weimars umfunktioniert, dort musste das Ehepaar zusammen mit vielen anderen unter erbärmlichen Verhältnissen leben. Am 7. April 1942 beging Jenny Fleischer-Alt angesichts der drohenden Deportation zusammen mit ihrer Nichte Selbstmord.
Im Rahmen der Feier- und Gedenkstunde am 83. Todestag der Sängerin präsentieren Studierende der Weimarer Musikhochschule Arien von Rossini und Verdi aus der von Jenny Fleischer-Alt verfassten Kadenzen-Sammlung für Koloratursängerinnen und Lieder ihres Weimarer Künstlerkollegen Gustav Lewin.

