Der legendäre Impressario Sergei Djagilew verzauberte Paris mit Ausstellungen russischer Kunst, bevor er genügend Geld für sein anderes Vorhaben aufgebracht hatte, die Ballets Russes: Eine geniale Idee, die verwöhnte Pariser Gesellschaft des Jahres 1909, der langen, nur zu bekannten Handlungsballette überdrüssig, mit kurzweiligen Einaktern zu unterhalten. Auch eine verwegene Idee, liefen doch von da an durch nicht wenige dieser Einakter bemerkenswerte Figuren, die ihre ungewöhnlichen Tänze zu gewöhnungsbedürftiger Musik in fremdartigen Kostümen vollführten: Scharlatane und Ammen, Tanzbärenführer, Verkäuferinnen und Zigeunerinnen ohne Glauben und Gesetz (»Les tziganes sans foi ni loi«). Plötzlich konnten das Puppentheater oder ein Tennismatch, ein russischer Jahrmarkt oder die Commedia dell’arte, russische Märchenstoffe oder französische Gobelins Ausgangspunkt eines Balletts werden. Naturalismus und folkloristische Einflüsse verschmolzen mit der Kunst der Moderne zu atemberaubend neuen bewegten Gesamtkunstwerken auf der Bühne: Eine Schockerfahrung, doch der Charme des Ganzen siegte rasch. Cyril Beaumont, Historiker, Schriftsteller und Zeitzeuge, notierte nach einer Aufführung von Petruschka:
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